Srinagar
Stadt im indischen Teil von Kaschmir
Die Stadt Srinagar ist die Hauptstadt und Knüpfzentrum des indischen Teils von Kaschmir und Synonym für die Teppiche dieser
Provenienz. Geknüpft wird hier seit dem 14. Jahrhundert. Heute ist
Kaschmir für seine Seidenteppiche berühmt, sie gelten als die feinsten und hochwertigsten Teppiche Indiens. Ihre Muster haben persische Einflüsse, besonders beliebt ist das
Feldermuster, das viel in
Ghom geknüpft wird.
Die Farben der Kaschmirteppiche sind im Gegensatz zu den persischen Vorbildern sanfter in Pastelltönen gehalten.
Die Knüpfeinteilungen geben die Knoten pro Zoll in Kett- und Schussrichtung an. Die geläufigsten reichen von 16/16 bis 18/18, was etwa 500.000 Knoten / m2 entspricht. Ab einer Feinheit von 22/22 wird auf Seide geknüpft, die Einstellungen darunter haben eine
Baumwollkette. Die bekannte Cashmere-Wolle wird übrigens nicht in Teppichen verwendet, sie hat ihren Namen von der Kaschmirziege. Als Flormaterial kommt Seide oder merzerisierte Baumwolle zum Einsatz. Merzerisierte Baumwolle hat zwar einen seidenartigen Griff, ist jedoch bei weitem nicht so widerstandsfähig.
Zu beachten ist außerdem, dass in Kaschmir gern mit dem hier Doubleknot oder Langri genannten
Djuftiknoten gearbeitet wird. Dabei werden die Knoten über zwei statt über ein Kettfadenpaar geknüpft. Das spart Zeit und Material, sorgt aber auch für einen dünneren Flor.
(Abb.: Kaschmir Seide)