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Teppich-Lexikon

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Kaschghuli

Kaschghuli

Nomadenstamm in Süd-Persien

Im Süden Irans, in der Provinz Fars siedelt und nomadisiert seit Jahrhunderten das bedeutende Volk der Ghaschghai. Außer den Kaschghuli gehören ihnen sieben weitere Unterstämme an: die Schisch-Buluki, Daraschuri, Farsi Madan, Gallesan, Iqdar, Rahimi und Safi Khani.

Ihr bedeutendster Gliedstamm - auch hinsichtlich der Teppichproduktion - sind jedoch die Kaschghuli, deren Knüpfungen seit alters her den renommiertesten Ruf unter den Ghaschghai-Teppichen genießen. Sie sind hochflorig, mit Türkischen Knoten geknüpft und aus hervorragend robuster Wolle ihrer Fettschwanzschafrassen. Alt- und Antikteppiche der Gaschghai sind begehrte Sammlerobjekte.

Die genaue Herkunft dieses Turkvolks ist bis heute ungeklärt. Erkenntnisse legen nahe, dass sie wahrscheinlich ein Unterstamm der türkischen Seldschuken waren, das ursprünglich östlich des Aralsees nomadisierte. Nach der Westwanderung wichen sie unter dem Druck der Mongolenstürme nach Südpersien aus. Einst reine Viehzüchternomaden, sind die meisten Ghaschghaisippen inzwischen sesshaft und uns gut bekannt als die Hauptproduzenten der modernen Gabbeh-Teppiche.

Angeregt durch deren guten Absatz, knüpfen die Kaschghuli seit einiger Zeit nun auch wieder ihre ureigenen Stammesdessins (Musterung, Zeichnung), reichern diese aber mit neuen Ideen und mit größerer Farbvielfalt an. Die sesshaften Stammesteile können auch Großformate herstellen. Diese neuen Kaschghuli-Knüpfungen werden jedoch nicht ausschließlich von ihnen, sondern auch von anderen Stammesteilen geknüpft.

Die noch nomadisierenden Sippen wandern zweimal im Jahr mit Sack und Pack hinauf zu den Yailas, den Sommerweiden im Zagrosgebirge. Im Herbst kehren sie zurück ins Tiefland, in die klimatisch milderen Winterquartiere. Die Ghaschghai gelten als stolz, fleißig, ehrenhaft und außerordentlich gastfrei. Sie sind wohl die letzten Freien, die ihr entbehrungsreiches Wanderdasein dem Seßhaftwerden vorziehen. Die Zeiten in denen sie als ungebärdet und kriegerisch auftraten, sind zwar längst vorbei, doch nach wie vor sprechen ihre Fürsten, die Khans, ein gewichtiges Wort in der iranischen Innenpolitik mit.

(Abb.: Kashkouli)