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Teppich-Lexikon

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Wagireh

Geknüpfte Mustervorlage
 
Der Wagireh ist eine geknüpfte Knüpfmustervorlage nach dem die Musterdetails in einem Orientteppich geknüpft werden.

Ursprünglich wurden alle Teppich ohne jede Vorlage “aus dem Kopf“ geknüpft. Bei den Nomaden und vielen Bauern ist das auch heute noch der Fall. Um die Muster jedoch festzulegen, aber auch um die technischen Voraussetzungen wie Anzahl der Knoten pro Schußreihe, Farbe, Grundgewebe und Knotendichte in den Griff zu bekommen und dem Knüpfer das Einhalten solcher Vorgaben zu erleichtern, bedient man sich der Wagirehs. Als Familienbesitz werden sie von Genration zu Generation weitervererbt und finden sich nur selten im Handel.

Wagirehs sind kleine geknüpfte Brückenfragmente, die an ihren Seiten meist von vier unterschiedlichen Haupt und Nebenbordüren gerahmt werden. Im Innenfeld geben sie eine Ansammlung verschiedener Musterdetails wieder, die dann auf das im Entstehen befindliche Stück Knoten für Knoten von der Rückseite ablesbar auf den Knüpfstuhl übertragen werden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging man dann dazu über, Musterpatronen zu erstellen, wie sie in der Weberei üblich sind. Auf diesen Blättern, eine Art Millimeterpapier, das den gesamten Teppich wiedergibt, ist das Dessin Knoten für Knoten aufgezeichnet. Der Knüpfer kann davon das Muster dann Reihe für Reihe ablesen und in Flor umsetzen.
 
(Abb.: Nahavand Wagireh)