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Kaschmir Seide 20/20 ca. 240 x 342 cm, Unikat / Einzelstück

  5499

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Indien
Flormaterial: 100 % Seide
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 500.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 6 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Feldermuster, Bidmadjnun
Kaschmir liegt im indischen Teil des Himalayas. Mit seiner Hauptstadt Srinagar ist es berühmt für seine Seidenteppiche.

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Kaschmir Seide 20/20 Unikat / Einzelstück
  • 900190133-078 U17


Kaschmir

Knüpfregion in Nord-Indien 

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Das an den Karakorum grenzende Gebirgsland Kaschmir im Himalaya ist geteilt und gehört zu einem Drittel als Provinz zu Pakistan, während die anderen zwei Drittel den Unionsstaat “Djammu and Kashmere“ bilden, der zu Indien gehört. Die Bevölkerung des größeren Teils ist überwiegend moslemisch und strebt nach mehr Unabhängigkeit von Indien, aber auch von Pakistan

Die Knüpfteppiche kommen ausschließlich aus dem indischen Teil Kaschmirs und werden vorwiegend in der Provinzhauptstadt Srinagar und Umgebung geknüpft. Berühmt sind die Seidenteppiche Kaschmirs, die üblicherweise auf Baumwollgrundgewebe entstehen.

Die Knüpfeinteilungen geben die Knoten pro Zoll in Kett- und Schussrichtung an. Die geläufigsten sind 16/16 und 18/18 Knoten in Kett- und Schussrichtung pro Zoll, was etwa 400.000 bzw. 500.000 Knoten / m2 entspricht. 

Die Farben sind eher zurückhaltend, die Muster sehr stark persisch beeinflusst. Dies ist geschichtlich bedingt, denn einst holten die Mogulkaiser (1526-1857) persische Teppichknüpfer an ihren Hof nach Indien. Man spricht deshalb auch vom indo-persischen Stil. Eine Legende allerdings besagt, dass der tributpflichtige Sultan von Kaschmir 1398 seinen Sohn als Geisel zu Timur Lenk (Tamerlan) nach Samarkand schicken musste. Hier lernte der junge Prinz das ihn begeisternde Knüpfkunsthandwerk kennen und führte es nach seiner Rückkehr in Kaschmir mit Knüpfern aus Samarkand ein.

Normalerweise werden Teppiche nach sog. Musterkartons geknüpft. In Kaschmir stellt man dafür sog. Talims her, Papierrollen, in denen mit einer speziell codierten Schrift das Muster erfasst ist und gelesen werden kann. Die zu setzenden Knoten werden von einem Vorsänger dann den Knüpfern in einem Wechselgesang vorgesungen. Nachdem die Knüpfer die Knoten ausgeführt haben antworten sie mit “hou!“ - und weiter geht’s. 

(Abb.: Kaschmir Seide 18/18)

Bidmadjnun

Musterdetail, eine Trauerweide darstellend

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Ein weitverbreitetes Musterdetail in Orientteppichen. Wörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie „verrückte Weide“. Es zeigt deutlich erkennbar die hängenden Zweige der Trauerweide und taucht regelmäßig als Musterdetail auf in den sog. Garten-Teppichen wie Bachtiar, Moud, Sarough und anderen.

(Abb.: Birdjand)

Feldermuster

Mittelfeldmusterung mit Gartenmotiven

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Teppiche mit Feldermuster, in Persien Ghab-ghabi (Rahmen im Rahmen) genannt, werden im Deutschen auch als Gartenteppiche bezeichnet. Der Grund: Das Muster erinnert an einen üppig bewachsenen Garten mit geometrisch gegliederten, einzeln eingefassten Beeten.

Diese Assoziation scheint zulässig: Weite Teile Persiens und viele andere Regionen des Mittleren und Nahen Ostens sind wüsten- oder steppenartige Trockengebiete, in denen vielfach so genannter Irrigations-Gartenbau betrieben wird. Dabei wird Wasser durch kleine Bewässerungskanäle zu den Beeten geführt. Das Feldermuster gibt dieses Bewässerungssystem stark vereinfacht wieder. 

Aufgrund der Trockenheit in diesen Regionen stellen zudem blühende und grünende Gärten eine Besonderheit dar. Dementsprechend geht das Feldermuster wohl auf den Wunsch zurück, sich ein wenig Garten und damit ein kleines Paradies ins Haus zu holen. Im Koran kommt der Begriff Garten als irdisches Gegenstück zum Paradies - übrigens ein Wort altpersischen Ursprungs - sehr häufig vor.

Das Feldermuster wird häufig in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Bachtiar, Ghoum, Moud oder in Kaschmir-Seidenteppichen verwendet, seltener auch beim Täbriz, Mesched und Sarough. Die einzelnen Kassetten zeigen zwar meist unterschiedliche Motive, folgen jedoch einer streng symmetrischen Anordnung, oft in quadratischer, manchmal in rechteckiger oder rhombischer Form. 

Die Ursprünge des Feldermusters reichen bis weit in die Antike zurück. Bereits der Pazyryk-Teppich wurde schon mit quadratischen Feldern gestaltet. Im Palast Taq-e-Kisra am Königssitz Ketesiphon im heutigen Nordirak lag einst ein Gartenteppich in den gewaltigen Abmessungen von 150 x 30 Metern. Das mit Preziosen besetzte und von Edelmetallen durchwirkte Prachtstück, das wahrscheinlich ein Wirkteppich gewesen ist und in den Wirren der Geschichte verloren ging, nennt der Volksmund zu Ehren des Prunk liebenden Sassanidenkönigs Chosrau II. (590 bis 628 n. Chr.) noch heute „Frühling von Chosrau“. Im Museum für Islamische Kunst in Berlin befindet sich ein berühmter Gartenteppich aus dem 18. Jahrhundert, der die Beete aus der Vogelperspektive zeigt. In seinen Bewässerungsgräben ist das Leben spendende Wasser mit blauen Wellen dargestellt, in dem sogar Fische schwimmen.

(Abb.: Mood)

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