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Kibek Teppich-Lexikon

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Kelardasht

Rustikale Teppichprovenienz aus Nordwest-Iran 

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Unter der Provenienz (Ursprung, Herkunft) Kelardasht werden alle in Duktus (Stil, Stilrichtung) und Kolorit einheitlichen Teppiche zusammengefasst, die aus dem Gebiet der Kelardasht-Ebene stammen. Die Landschaft in der Provinz Gilan liegt westlich des Elburs-Gebirges am Fuße des Kelar-Bergmassivs. Über die Straße von Karadj nach Chalus erreicht man diese Knüpfregion nach einer Strecke von ca. 200 Kilometer nordwestlich von Teheran.

Alle Kelardasht-Teppiche eint eine dunkle bis düstere, provenienztypische Farbgebung mit Fondfreiflächen, die überwiegend rotbraun oder dunkelblau gestaltet sind. Den geometrischen Musterdetails ist die Ausstrahlung der Muster aus dem nahen Kaukasus anzusehen. 

Eine Eigenart in diesem Gebiet ist der Aufbau der Knüpfstühle. Die für die größeren Teppichmaße stehen draußen, angelehnt an die Hauswände unter den weit ausladenden Traufen der Häuser. Zur Hauswand gekehrt sitzen die Knüpfer und Knüpferinnen davor und arbeiten sich mit ihrem Arbeitssitzbrett allmählich vom unteren Knüpfbeginn nach oben. 

In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das Knüpfaufkommen recht umfangreich, zumal es seinerzeit nur wenige, geometrisch gemusterte Provenienzen in ruhigen, dunklen Farbtönen gab. Da mittlerweile viele Hauptstädter, in dieser von Teheran schnell zu erreichenden Region, Wochenendhäuser errichtet haben, floss Geld in dieses abgelegene Gebiet. Viele Einheimische haben sich daraufhin dem Tourismus zugewandt und betreiben das mühsame Teppichknüpfen nur noch im Nebenerwerb. 

(Abb.: Kelardasht)