Kibek Teppich-Lexikon

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Koliahy

Orientteppichprovenienz aus Persisch-Kurdistan 

koliai_koliahy_1

Folgende Schreibweisen sind ebenfalls in Gebrauch: Koliay, Kolyay, Q(u)liay.

Der Koliahy ist eine bäuerliche Knüpfung der Kurden West-Persiens. Unter diesem Sammelbegriff werden recht unterschiedliche Teppiche der Landbevölkerung dieser Region zusammengefasst, so dass es schwer fällt, sich auf den typischen Koliahy festzulegen. Allerdings sind alle Koliahy relativ hochflorig, von massiver, voluminöser Knüpfung mit dem Türkischen Knoten und auch heute hin und wieder noch auf Wollgrundgewebe geknüpft.

Ihr von innen kommender, aber unbewußter Eklektizismus erlaubt es den Kurden, sich dessinmäßig (Musterung, Zeichnung) bei allen Provenienzen (Ursprung, Herkunft) zu bedienen. Sie ahmen diese Muster jedoch nicht sklavisch nach, sondern setzen sie auf der ihnen eigenen Weise „kurdentypisch“ um, zudem meist in von den Originalen völlig abweichenden Farbstellungen. Bei schwierig zu bestimmenden Orientteppichen weicht die Fachwelt deshalb bisweilen scherzhaft immer mal wieder auf die Bemerkung aus „Das Stück wird wohl kurdisch sein“, was dann auch oft zutrifft. So findet man unter den Koliahy die unterschiedlichsten Dessins, aber meist in einer eher dunklen Farbgebung. 

(Abb.. Koliay)