Kibek Teppich-Lexikon

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Mahal

Westiranische Teppichprovenienz

Mahal_Mahal

Mahal ist eine westpersische Teppichprovenienz, benannt nach der Stadt Mahallat mit ihrer gleichnamigen Provinz, die zum Sarough-Arak-Knüpfgebiet gehört. Die Region um die Stadt Arak (früher Sultanabad) entwickelte sich ab den 1870er Jahren zu einem Hauptknüpfzentrum für persische Exportteppiche. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die schweizerische Firma Ziegler & Co, die 1883 auch eine Außenstelle in Mahallat eröffnete. Die sogenannten Ziegler-Mahal wurden in den umliegenden Dörfern nach festen Mustervorgaben geknüpft. Zusätzlich wurde in der Region auch für andere Hersteller produziert, einhergehend mit einer größeren Freiheit in der Ausführung. Die Mischung aus westlichen Design-Vorgaben in hellerem, ruhigeren Kolorit und klassischen Mustern im Stil der Ferahan-Teppiche brachte einen sehr erfolgreichen Teppichtypus mit einer großen gestalterischen Bandbreite hervor. Typisch sind das Herati-Muster, aber auch florale und Allover-Muster, vierersymmetrischer Musteraufbau und große Mittelmedaillons auf unifarbenen Fond.

Generell werden die feinerem Qualitäten als Sarough-Mahal oder Mahal bezeichnet, die gröberen als Mushkabad. Die Knüpfdichte beträgt bei antiken Stücken 100.000 bis ca. 150.000 Knoten pro m². Neue Teppiche können eine Knüpfdichte von bis zu 250.000 Knoten pro m² (fein) aufweisen. Das Grundgewebe besteht aus Baumwolle mit zwei Schüssen, der Flor aus Wolle, die Knüpfung ist geschichtet mit asymmetrischen Knoten.

(Abb.: Mahal)