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Kibek Teppich-Lexikon

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Shasavan

Nomaden aus dem Norden Irans 

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Die Shasavan sind eine bedeutende Konföderation türkischstämmiger Nomaden im Nordwest-Iran. Die Nomaden stammen ursprünglich aus Anatolien und zogen im späten 16. Jahrhundert in den Nordwesten Persiens. Vorausgegangen war die Bitte an den Safavidenkönig Shah Abbas, auf persischem Gebiet siedeln zu dürfen.Shah Abbas kam das Anliegen der Nomaden nicht zuletzt deshalb zu pass, weil er Schutz für die Nordgrenzen seines Landes suchte. Der Name der Nomaden-Konföderation Shasavan zeigt die tiefe Dankbarkeit der Nomadenstämme für die Erlaubnis in Persien siedeln zu dürfen. Shasavan heißt auf deutsch so viel wie „Freunde des Königs / Shah“ oder „Die, die den Shah / König lieben“.

Berühmt sind die Shasavan vor allem für ihre Flachgewebe. Ihre Gewebe gehören zu den hochwertigsten des Iran. Vor allem feine Soumach, aber auch hochwertige Gebrauchstextilien, wie Mafrasch (rechteckige textile Packkoffer) stammen aus den Händen der Shasavan -Frauen. Typische Farben der Shasavan sind ein tiefes Indigoblau und ein warmes Krapprot. Verbreitet sind fein gewebte Tiermotive, wie Kamele, Ziegen oder Pfauen. Erstaunlicherweise gibt es – im Gegensatz zu den anderen iranischen Nomadenstämmen – fast keine geknüpften Erzeugnisse. 

Interessant zu wissen ist, dass die Zelte der Shasavan sich deutlich von den sonst im Iran verwendeten Stangenzelten unterscheiden. Sie ähneln stark den turkmenischen Jurten. Heute leben kaum noch Shasavan vollnomadisch. Die meisten sind Halbnomaden oder seßhaft geworden. Sie siedeln vor allem zwischen Täbris und Teheran., sowie rund um die Stadt Veramin. Ein Teil lebt außerdem im äußersten Norden des Landes an der Grenze zu Aserbaijan.

(Abb.: geknüpfter Shasavan)