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Kibek Teppich-Lexikon

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Tafresch

Persische Orientteppich-Provenienz 

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Der kleine Ort Tafresch - auch Tafrisch oder Tahfresh geschrieben - liegt ca. hundert Kilometer östlich der westiranischen Stadt Hamadan an der Flanke des gleichnamigen Berges Kuh-i-Tafresch. Hier werden sehr eigenständige Knüpfungen im Dosar- und Saronim-Format am vertikalen Knüpfstuhl produziert, deren signifikantes Dessin (Musterung, Zeichnung) leicht als Tafresch zu erkennen ist. Sie zählen zur bedeutenden Gruppe der Hamedan-Teppiche, unter denen sie als Knüpfungen der bäuerlich geprägten Bevölkerung qualitätsmäßig und der Knüpfdichte nach eine Spitzenposition einnehmen. 

Das Produktionsaufkommen ist nicht umfangreich, ein Grund, weshalb man diesen außergewöhnlichen Teppich nur recht selten in den Sortimenten findet. Geknüpft wird er mit dem Türkischen Knoten

Da das sehr provenienztypische Traditionsdessin (Musterung, Zeichnung) nirgends kopiert wird, ist die Provenienz (Ursprung, Herkunft) Tafresch relativ leicht zu bestimmen. Er ist grundsätzlich vierersymmetrisch floral gezeichnet und im Detail fein ziseliert. Das zentrale Medaillon wird zu je einem Viertel in den Innenecken wiederholt. Typisch ist die sechzehner Teilung der Strahlen des Mittelmotivs, auffällig die freien Fondsflächen. Bei Altknüpfungen findet man auch ein längssymmetrisches Pflanzen-Vogel-Dessin.

Die Knüpfung ist fest, für die Hamadan-Provenienzen ungewöhnlich fein und von erlesener handwerklicher Ausführung. Um das Muster deutlich und akzentuiert hervortreten zu lassen, ist die Schur niedrig und der Strich entsprechend stark geneigt, was dem Flor eine gewisse Dichte verleiht. Die meist rote Farbgebung ist licht und freundlich, was unter den Hamadan-Teppichen eher eine Ausnahme ist. 

(Abb.: Tafresh)