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Senneh Sanandaj
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Senneh

Stück-Nr.: 900124525-050
ca. 75 x 104 cm, Einzelstück
278  

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Kibek-Echt-Orient
Unikat / Einzelstück
Stück-Nr.: 900124525-050
Herkunft: Persien (Iran)
Verarbeitung: handgeknüpft
Größe: ca. 75 x 104 cm
Höhe: ca. 10 mm
Farbe: dunkelblau - rot
Knoten pro m²: ca. 95.000 (Knüpfdichte)
Flor: 100% Schurwolle
Grundgewebe: Kette und Schuss aus Baumwolle
Muster: MahiMedaillon

Die frühere Stadt Senneh heißt heute Sanandaj.
Hier werden vorwiegend traditionelle Muster geknüpft.
Lesen Sie hier mehr Senneh-Teppiche

Teppich-Lexikon
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Senneh

Senneh

Westpersische Teppichprovenienz Ein Provenienzname steht nicht unbedingt für einen Herstellungsort: Viele Bezeichnungen dokumentieren den Ort, an dem die Teppiche das erste Mal auf den Markt kommen, also quasi den Teppichsammelplatz. Dies gilt auch für die Provenienz (Ursprung, Herkunft) Senneh. Die Stadt Senneh heißt heute Sanandadj und ist Mittelpunkt der westpersischen Provinz Kurdistan. Daher findet man neuerdings auch die Bezeichnung Sanandadj für die dortigen Teppiche. Die Senneh-Teppiche sind den kurdischen Knüpfungen zuzuordnen. In dieser Provenienz sind zwei grundverschiedene Knüpf- und Gestaltungstypen zu unterscheiden: 1. Die klassischen Senneh-Teppiche haben nur einen Schuss, so dass sie von der Rückseite leicht zu identifizieren sind. Je feiner sie geknüpft sind, desto flacher wird der Flor geschoren. Von jeher waren und sind diese Senneh-Teppiche hoch angesehene Knüpfungen, was auch von den besonders feinfädigen Kelimarbeiten dieser Provenienz zu sagen ist. 2. Von denselben Knüpfstühlen kommen heute allerdings anders geartete Sanandaj-Knüfungen auf den Markt. Sie sind meist geometrisch gemustert und zeigen oftmals das Herati-Muster im Rapport. Bei solider, hervorragender Qualität sind sie viel massiver und im Gegensatz zu der klassischen Knüpfung sehr hochflorig. (Abb.: Sanandaj)
Medaillon

Medaillon

Primärornament im Teppich Das Medaillon ist eine vielfach in Orientteppichen vorkommende Musterform im Mittelfeld. Die Formen selbst sind überaus verschieden, es gibt zum Beispiel Rauten-, Rosetten und Oval-Medaillons. (Abb.: Kaschmar)

Herati-Muster, Mahi-to-Hos, Fischdesign

verbreitetes Musterelement, auch Herati-Dessin genannt
Das Herati- oder Fisch-Dessin (Musterung, Zeichnung) ist ein typisches Rapportmuster, das sich seit langem und durchgängig großer Beliebtheit erfreut. Das „i“ am Ende ist der Präposition „von“ gleichzusetzen, also „von Herat (stammend)“. Die heute in West-Afghanistan liegenden Stadt Herat wurde 328 v. Chr. als Alexandria Areion von Alexander dem Großen gegründet. Unter Shah Rukh (1405-1447), einem Sohn Tamerlans (Timur Leng), war es kurze Zeit Reichshauptstadt der Timuriden-Dynastie. Bis in die 1920er Jahre wurden in Herat hochwertige Teppiche in persischen Mustern geknüpft – viele nach wie vor mit dem dort beheimateten Dessin. Heute ist die inzwischen zu Afghanistan gehörenden Stadt Herat Hauptumschlagsplatz für die west-afghanischen Herat-Belutsch.
Herati-Muster, Mahi-to-Hos, Fischdesign
Der lokale Ursprung dieses Musters ist sehr gut möglich, denn nach der von Nadir-Shah (1688-1747) befohlenen Umsiedlung großer Bevölkerungsteile vom heutigen West-Afghanistan nach West-Persien, taucht es vermehrt dort auf. Das wohl schon uralte Musterensemble setzt sich aus mehreren, interpretierbaren Einzelteilen zusammen. Dargestellt sind ein auf die Spitze gestellter Rhombus mit einer im Zentrum aufgehängten Blüte - wohl eine Margerite darstellend, möglicherweise aber auch die Erde als Zentrum allen Seins in diesem Quadrat symbolisierend. An den oberen und unteren Spitzen sitzen stilisierte Lotosblüten auf, ein Hinweis auf die Verbindung nach China. Die seitlichen Spitzen laufen aus in Päonien. Diese, auch Bauernrose genannte Blüte, nimmt in China den Platz der Königin der Blumen ein und gelangte über die Seidenstraße nach Westen. Alle vier Seiten des Ensembles werden von halbmondförmigen, lanzettartigen Blättern flankiert, die auch als Fische (Pers. Mahi) gedeutet werden, daher die persische Bezeichnung Mahi-to-hos, zu Deutsch “Fische im Teich“. Die sehr bildliche Benennung geht davon aus, dass das Teppichinnenfeld einem Teich gleichzusetzen ist. Als Begriffsbestimmung klingt diese Auffassung auch in Europa an, wo man die Teppichumrandung als Bordüre bezeichnet, ein Wort aus dem Französischen, das Uferrand bedeuten kann. Der immense Mengen Eier produzierende Fisch war in vielen altorientalischen Naturreligionen ein Symbol für Fruchtbarkeit und fand auf diese Weise Eingang in die von je her religiös geprägte Kunst. Es könnte aber auch ein altiranischer Mythos zu Grunde liegen, nach dem zwei gigantische Wale die Erdscheibe in Rotation halten. Das Herati-/Fisch-Muster/Mahi-to-hos sicher das derzeit verbreitetste Dessin in persischen Teppichen. Man findet es Innenflächen deckend - allover mit oder ohne Medaillon - vorwiegend in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Ardebil, Bidjar, Birdjend, Ghiassabad, Ferahan, Khoy, Marand, Mood, Sarab-Madjajechi, Sarough, Senneh/Sanandadj und Täbriz. Doch es taucht auch auf in den süd-persischen Teppichen des Fars-Gebietes, im Hamedan-Gebiet, sowie im Kaukasus und ist als Begleitmuster in fast allen Provenienzen iranweit vertreten. Außerdem wird es in Indien und China nachgeknüpft. In türkischen Knüpfungen ist es jedoch kaum vertreten. (Abb.: Bidjar)
 
Schuss

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.
Kette

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.
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