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Sirjan Sirjan
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Sirjan

Stück-Nr.: 100206008-076
ca. 157 x 215 cm, Einzelstück
998  

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13599 BERLIN-SPANDAU
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Kibek-Echt-Orient
Unikat / Einzelstück
Stück-Nr.: 100206008-076
Herkunft: Persien (Iran)
Verarbeitung: handgeknüpft
Größe: ca. 157 x 215 cm
Höhe: ca. 8 mm
Farbe: beige - rot
Knoten pro m²: ca. 110.000 (Knüpfdichte)
Flor: 100% Schurwolle
Grundgewebe: Kette und Schuss aus Baumwolle
Besonderheiten: Nomadenteppich
 
Diese Teppiche werden von den fest angesiedelten Afsharen
im Umland von Sirjan im Südosten Persiens handgeknüpft.
Lesen Sie hier mehr über Sirjan-Teppiche

Teppich-Lexikon
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Sirjan, Sirdjand, Sirdschan, Afshar

Südostiranische Teppichprovenienz
 
Die Stadt Sirjan liegt im Westbezirk der Provinz Kerman. Festangesiedelte Afsharen knüpfen im umliegenden Bezirk ihre sehr variationsreichen und attraktiven Eigenmuster. Typisch für diese Teppiche ist das Sekaleh-Muster. Ein 3-köpfiges Muster, "seh"=3 und "kaleh"=Kopf, das auch als 5-köpfige Variante geknüpft wird. Ein zweites typisches Muster ist das Heshmati, benannt nach dem Namen seines Erfinders.
Typische Farben sind ein helles rot und ein warmes dunkelblau. Es werden speziell Saronims und Dozars hergestellt. Geknüpft wird mit dem persischen Knoten. Kette und Schuss bestehen aus Baumwolle, wobei der Schussfaden doppelt gelegt wird.
 
(Abb.: Sirjan Sekaleh)
 
 
 

BarbierstangenBarbierstangen

europäisierte Bezeichnung für ein bestimmtes Orientmusterdetail Das Barbierstangenmuster ist ein beliebtes Orientteppichmotiv, das überwiegend in kaukasischen Knüpfungen vorkommt, beispielsweise in der Provenienz Gendje, vornehmlich des 19. Jhdt. Es besteht aus parallel verlaufenden, mehrfarbigen Diagonalstreifen, die grundsätzlich von oben rechts nach unten links verlaufen und das gesamte Mittelfeld ausfüllen. Man trifft es aber auch an in heutigen Provenienzen Süd-Aserbeidjans, wie beispielsweise im Meschghin und Ardebil sowie in kurdischen Knüpfungen und in solchen des Farsgebietes, wo es zuweilen die Bordüren ziert. Wir haben es hier mit einer der Seltsamsten, aber auch am meisten einleuchtenden Muster-Bezeichnungen zu tun. Der Name hat überhaupt nichts mit den ursprünglichen, heute unbekannten Symbolgehalten zu tun. Er geht vielmehr zurück auf die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt einsetzende Handelstätigkeit und den damit einhergehenden sprachlichen Einfluss Westeuropas. Als nämlich englische Einkäufer dieses stilistisch klar und einfach gegliederte Innenfeldmuster zu sehen bekamen, erinnerte sie das Motiv diagonal und parallel nebeneinander gesetzter, schmaler Streifen sofort an das im heimatlichen England übliche Zunftzeichen der dortigen Barbiere. Sie nannten es fortan barberhinge-design, zu Deutsch: Barbierstangenmuster. Dort hängt noch heute vor vielen Frisiersalons ein rechteckiges Schild mit eben solchen Diagonalstreifen. Als die Einkäufer ständig anmerkten, dass in ihrer Heimat ein ähnliches Motiv von den britischen Barbieren geführt wird, übernahmen die Basaris im Orient diese Bezeichnung zur Mustererläuterung, sodass sich dafür schon bald die Bezeichnung barberhinges einbürgerte - und bis heute so blieb. Die Bedeutung und Herkunft dieses Musters ist bisher nicht bekannt. Verschiedene Deutungsversuche wurden versucht. Sie sind aber teilweise so abenteuerlich, dass sie ihrer Verbreitung im Wege stehen. (Abb.: Beloutsch)
Boteh

Boteh

Orientalische Musterbezeichnung für das Paisly-Muster Das Boteh ist ein geläufiges, orientalisches Musterdetail, das auch als Mir-i-Boteh bekannt ist und in Europa Paisly- oder Kaschmirmuster genannt wird. Die Form des Boteh ähnelt einem aufrecht stehenden Tropfen, der nach oben in einen rechts oder links geneigten Haken ausläuft. Die Herkunft und genaue Bedeutung des Boteh liegt im Dunkeln. Auf Persisch bedeutet das Wort soviel wie Laubbüschel, Strauch, es gibt aber viele weitere Deutungen. Als typisches Rapportmuster lässt es sich als Musterdetail in vielen Teppichen finden, wird aber auch als Primärornament eingesetzt. Bisweilen ist zusätzlich ein kleineres Boteh integriert, das sich zur entgegengesetzten Seite neigt. Diese Zusammenspiel aus Groß- und Kleinboteh bezeichnet man im Persischen auch als »madar va batsche«, zu Deutsch: Mutter und Baby. Der wohl bekannteste Teppich mit Botehmuster ist der Sarough-Mir. Er ist ein, schlichter, allover gemusterter Teppich. Sehr viel wird der Sarough-Mir in Indien in vielen Farbvariationen und den unterschiedlichsten Formanten nachgeknüpft.
 
(Abb.: Sarough Mir)
Laufender Hund

Laufender Hund

Reziprokes Bordürenmuster Beim laufenden Hund handelt es sich um ein uraltes Schmuckornament, eine mäandrische Verzierung, die die energische Kreisbewegung eines Hundes beim Laufen nachzeichnet. Vermutet wird, dass es für Ewigkeit und Einheit steht, da der Zyklus der Wiederholung eine Zusammengehörigkeit symbolisiert. Der Laufende Hund wird als Bordürenleiste in der Teppichmusterung eingesetzt, dann auch Georgische Borte genannt. Zu finden ist er häufig auch an Häuserwänden, Außenfenstern und Trachtengürteln. (Abb.: Toyserkan)

Raute

Musterdetail historischen Ursprungs
 
Die Raute ist ein auf der Spitze stehender Rhombus, dessen vier gleiche Seiten im Orientteppich gezackt, abgesteppt oder mit Haken besetzt sein können. Mit dem Quadrat gehört die Raute zu den ältesten Grundformen im Orientteppich. Sie bildet die Grundlage für alle Rapportmuster.
Die Raute hat in der islamischen Welt zudem einen symbolischen Wert. Sie versinnbildlich die Unsterblichkeit der Seele. Dementsprechend ist sie sehr häufig als Füllmotiv anzutreffen.
Ausgesprochene Rautenmuster oder von der Raute abgewandelte Muster weisen die Yomut-Teppiche der Turkmenen auf. Durchlaufende Rautenmuster realisieren auch die Luren- und Bachtiari-Knüpfer, welche das Dessin dan "Keshti" nennen.
 
(Abb.: Yalameh)
 
 
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