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Chobi Ziegler

ca. 125 x 179 cm, Unikat / Einzelstück

729

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Merkmale
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Gesamthöhe: ca. 7 mm
Knoten pro m²: ca. 90.000 Knoten pro m²
Herkunft: Pakistan
Muster: Palmetten, Allover
Klassischer Ziegler mit seinem typischen
blassen Farbspiel.

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Chobi Ziegler Unikat / Einzelstück
  • 100079240-066 U17


Ziegler

persisch-englische Teppichmanufaktur des 19. Jahrhunderts

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Im 19. Jahrhundert gründete ein Schweizer namens Ziegler, ein später naturalisierter Brite, in Manchester eine Weberei, die ihre Tuche erfolgreich auch in den Orient exportierte.

Mit der in Persien steigenden Nachfrage ergab sich aber das Problem, das dortige Zahlungsmittel, den persischen Rial, in konvertierbare Währung umzutauschen und nach Großbritannien zu transferieren. Bei kleineren Geldmengen behalf die Firma Ziegler & Co., Täbris, sich mit dem Umtausch in russische Goldimperials, die dann unter Bedeckung nach Baku und von dort über St. Petersburg nach London geschafft wurden. Ein viel zu komplizierter Weg und bei den unsicheren Überlandstrecken voller Gefahren. So verfiel man auf die Idee aus den Rialerlösen der Tuchverkäufe im Gegengeschäft einheimische Produkte aufzukaufen und diese dann gegen Pfund-Sterling zu exportieren.

Heutzutage nennen wir diese, vorwiegend mit Weichwährungsländern praktizierte Handelsform, Counter-Trade, der als moderne, effiziente Außenhandelsform gilt. Unter diesen Einkäufen in Persien waren insbesondere Teppiche, die Ziegler nach Europa und in die umliegenden Länder, insbesondere in das damals unter britischer Herrschaft stehende Indien exportierte. Durch den intensiven Aufkauf drohte die Quelle persischer Teppiche allmählich zu versiegen.

Doch ein deutscher Ziegler-Mitarbeiter namens Oskar Strauss, der als äußerst unternehmungslustig geschildert wird, hatte eine Idee: als Ausweg aus diesem Dilemma schlug er vor, Ziegler solle unter eigener Regie Teppiche in Persien produzieren. Unter Einführung arbeitsteiliger Produktion organisierte Strauss in den siebziger Jahren des 19. Jhdt. im Sarough und Arak (seinerzeit Sultanabad) anfangs vornehmlich die Produktion von Billigqualitäten. Die Florgarne für diese recht grob geknüpften Teppiche wurden mehr und mehr mit den inzwischen in Deutschland erfundenen Anilinfarben gefärbt. Der Absatz dieser neu produzierten Teppiche war äußerst erfolgreich. Allerdings verblassten die damaligen Anilinfarben recht schnell, ein Makel, der den synthetischen Farbstoffen ungerechtfertigterweise bis heute anhaftet. Ein ruhiges, fahles Kolorit war die Folge. Dieses blasse Farbspiel ist so sehr gefragt, dass findige Importeure auf die Idee kamen, diesen Teppichtypus in Nord-Pakistan, Afghanistan, Indien, Ägypten und der Türkei in eben diesen matten Farben nachknüpfen zu lassen, allerdings in weitaus besseren Qualitäten als die antiken Vorläufer: Der heutige Ziegler-Teppich - ursprünglich nur eine verblasste Billigqualität - war geboren.

In der Türkei geknüpft, wird er dort als Uschak vermarktet, hat aber nicht das Geringste mit der Antikprovenienz (Ursprung, Herkunft) gemein. Zur Ehrenrettung der Firma Ziegler & Co. sei allerdings auch erwähnt, dass man mit steigender Nachfrage zunehmend bessere Qualitäten knüpfte. Diese Produktion wurde über die Schwarzmeerhäfen Batum (Georgien) und Trapezunt (Türkei) via Istanbul nach Europa und in die USA verschifft. Nach Indien gingen die Teppiche über Bandar Abbas am Persischen Golf und wurden in Bombay gelöscht.

(Abb.: Ziegler)

Allover

Dessinrapport ohne Medaillon

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Allover ist ein aus dem Englischen übernommener, inzwischen auch im Deutschen weitverbreiteter Fachbegriff für eine spezielle Musterkonzeption. Sie wird gebildet aus einem endlosen, durchgehend gemusterten Rapport ohne Medaillon oder eine auf andere Weise betonte Mitte. Dennoch kann eine Vierersymmetrie zugrunde liegen. Da allover gemusterte Dessins (Musterung, Zeichnung) durch die fehlende Betonung des Teppichzentrums gerade in möblierten Räumen universell einsetzbar sind, und keine Rücksicht auf ein Mittelmedaillon genommen werden muss.

(Abb.: Birdjend)

Antik-Finish

Teppichwaschverfahren zum Erzeugen einer Alterspatina

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Die Antik-Wäsche ist ein spezielles Verfahren, um Teppichen einen „Antik-Touch“ zu verleihen. Die Farben werden gemildert. Der Teppich bekommt eine Alterspatina. Dieses Verfahren wird auch Antik-Finish genannt. Wird das Verfahren fachlich korrekt ausgeführt, ist es absolut faserunschädlich. Die Haltbarkeit des Teppichs wird nicht verändert. Es findet nur eine Farbumwandlung statt, die weder Wolle noch Baumwolle oder Seide angreift.

(Abb.: Veramin)

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs 

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Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.

Palmetten

Florales Musterdetail 

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Palmetten sind floralartige, bis zur Abstraktion neigende Musterdetails, deren Herkunft uralt ist. Sie wirken oft ein wenig querschnittartig. Während der Kunstepoche der Safawiden (1501 bis 1722) gelangten sie zu voller Blüte. Meist erscheinen sie zusammen mit anderen Floralornamenten wie Schah-Abbas-Blüten, Arabesken und Wolkenbändern. Es wird unterschieden nach Blatt-, Fächer-, Kelch-, Kranz-, Scheiben- und Schah-Abbas-Palmetten. Wenn im Zentrum ein Tier abgebildet ist, spricht man von einer Tierpalmette. Eine Eigentümlichkeit stellen die dämonenhaften Fratzenpalmetten dar, die als Abwehr gegen den im Orient weitverbreiteten Aberglauben des Bösen Blicks gedacht sind.

(Abb.: Nain)

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

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Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

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