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Chobi Box

ca. 204 x 292 cm, Unikat / Einzelstück

2979

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Merkmale
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Gesamthöhe: ca. 6 mm
Herkunft: Pakistan
Knoten pro m²: ca. 120.000 Knoten pro m²

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Chobi Box Unikat / Einzelstück
  • 100148515-074 U17


Feldermuster

Mittelfeldmusterung mit Gartenmotiven

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Teppiche mit Feldermuster, in Persien Ghab-ghabi (Rahmen im Rahmen) genannt, werden im Deutschen auch als Gartenteppiche bezeichnet. Der Grund: Das Muster erinnert an einen üppig bewachsenen Garten mit geometrisch gegliederten, einzeln eingefassten Beeten.

Diese Assoziation scheint zulässig: Weite Teile Persiens und viele andere Regionen des Mittleren und Nahen Ostens sind wüsten- oder steppenartige Trockengebiete, in denen vielfach so genannter Irrigations-Gartenbau betrieben wird. Dabei wird Wasser durch kleine Bewässerungskanäle zu den Beeten geführt. Das Feldermuster gibt dieses Bewässerungssystem stark vereinfacht wieder. 

Aufgrund der Trockenheit in diesen Regionen stellen zudem blühende und grünende Gärten eine Besonderheit dar. Dementsprechend geht das Feldermuster wohl auf den Wunsch zurück, sich ein wenig Garten und damit ein kleines Paradies ins Haus zu holen. Im Koran kommt der Begriff Garten als irdisches Gegenstück zum Paradies - übrigens ein Wort altpersischen Ursprungs - sehr häufig vor.

Das Feldermuster wird häufig in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Bachtiar, Ghoum, Mood oder in Kaschmir-Seidenteppichen verwendet, seltener auch beim Täbriz, Mesched und Sarough. Die einzelnen Kassetten zeigen zwar meist unterschiedliche Motive, folgen jedoch einer streng symmetrischen Anordnung, oft in quadratischer, manchmal in rechteckiger oder rhombischer Form. 

Die Ursprünge des Feldermusters reichen bis weit in die Antike zurück. Bereits der Pazyryk-Teppich wurde schon mit quadratischen Feldern gestaltet. Im Palast Taq-e-Kisra am Königssitz Ketesiphon im heutigen Nordirak lag einst ein Gartenteppich in den gewaltigen Abmessungen von 150 x 30 Metern. Das mit Preziosen besetzte und von Edelmetallen durchwirkte Prachtstück, das wahrscheinlich ein Wirkteppich gewesen ist und in den Wirren der Geschichte verloren ging, nennt der Volksmund zu Ehren des Prunk liebenden Sassanidenkönigs Chosrau II. (590 bis 628 n. Chr.) noch heute „Frühling von Chosrau“. Im Museum für Islamische Kunst in Berlin befindet sich ein berühmter Gartenteppich aus dem 18. Jahrhundert, der die Beete aus der Vogelperspektive zeigt. In seinen Bewässerungsgräben ist das Leben spendende Wasser mit blauen Wellen dargestellt, in dem sogar Fische schwimmen.

(Abb.: Mood)

Pakistan

Staat in Südasien

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Pakistan gehört neben Indien und Iran zu den wichtigsten Ursprungsländern für Knüpfteppiche.

Durch den „Independence Act“ vom 14. August 1947 wurde Pakistan zum selbständigen Staat erklärt, womit das Indien der Moslems vom Indien der Hindus getrennt wurde.

Pakistan

Im 11 Jhdt. wurde Lahore zu einem bedeutenden islamischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum. Hier begann zu dieser Zeit auch die Teppichherstellung des Landes. Geknüpft wurden die sogenannten Mogulteppiche.

Heute werden Teppiche nicht nur in Lahore geknüpft, sondern auch in Karachi, Peschawar und einige wenige in Multan sowie der umliegenden Provinz Punjab. 

 

Pakistanische Knüpfer passen sowohl Mustereinstellung als auch Farben ständig dem Geschmack der Zeit an. Verwendet werden nicht nur die für diese Region und vor allem für die vielen turkmenisch-stämmigen Knüpfer typischen Rottöne, sondern auch die aktuellen Farben Beige, Grün, Blau und Rosé. Vor allem werden turkmenisch inspirierte Bouchara- und Yaldar-Muster im Original und in unendlichen Abwandlungen geknüpft. Zusätzlich gibt es persisch und modern gemusterte Ware.

Persisch gemusterte Teppiche kommen heute nur noch selten nach Europa, denn persische Muster können in Indien preisgünstiger nachgeknüpft werden.

Die pakistanischen Teppiche werden in Bauernhäusern und Manufakturen hergestellt. In den Bauernhäusern wird vorwiegend nach turkmenischen Mustern (Bouchara) mit Wolle aus distrikteigener Produktion geknüpft. In den Manufakturen werden vorwiegend Importgarne verwendet. Es entstehen feinere Knüpfungen nach turkmenischen (Bouchara), kaukasischen und persischen Mustern.

Zum Einsatz kommt der asymmetrische Knoten, der ausschließlich auf einem Baumwollgrundgewebe geknüpft wird. Oft ist die Rede von Single-Knot, Double-Knot. 2-ply und 3-ply.

Bei der Bezeichnung Ply besteht ein Florfaden aus 2 oder 3 fest verzwirnten Einzelfäden. Genannt wird diese Ware 2-ply oder 3-ply. 2-ply Ware ist weicher, 3-ply Ware etwas fester im Griff.

Bei der pakistanischen Bezeichnung Single-Knot wird nach jeder Knotenreihe ein Schuss eingefügt, bei der Double-Knot Ware zwei Schüsse. Durch die zwei Schüsse bekommt der Teppich einen deutlich festeren Griff. Persisch gemusterte Teppiche aus Pakistan werden grundsätzlich in der Double-Knot Technik geknüpft, die meisten anderen als Single-Knot.

(Abb.: Punjab)

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