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Shiraz

ca. 112 x 305 cm, Unikat / Einzelstück

949

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Merkmale
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Marke: Kibek
Verarbeitung: handgeknüpft
Gesamthöhe: ca. 12 mm
Herkunft: Persien (Iran)
Knoten pro m²: ca. 70.000 Knoten pro m²
Grundgewebe: Kette und Schuss aus Baumwolle
Muster: Heibathlou, Boteh
Die Großstadt Shiraz ist der Haupthandelsplatz für Nomadenteppiche aus der Provinz Fars in Süd-Persien.

Shiraz Unikat / Einzelstück
  • 900111377-050 U17


Abrasch

Fachausdruck für orientteppichspezifische Farbsprünge

abrasche_gabbehpremium

Abraschen sind Hell-Dunkel-Farbschattierungen, also gering bis deutlich abweichenden Farbtonänderungen des Florgarns, die in Orientteppichen immer quer zur Längsrichtung verlaufen. Auf Deutsch werden sie auch Farbsprung genannt.

Das Wort Abrasch bedeutet im Türkischen so viel wie scheckig, Schattierung. Sie fallen besonders auf flächigen Farbbereichen auf und sind ein Phänomen, das in Orientteppichen recht häufig anzutreffen ist. Demzufolge gelten sie als orienttypische Eigenart.

Insbesondere bei Nomaden- und Bauernteppichen gehören sie quasi dazu, werden zumindest - je nach Standpunkt des Interessenten - toleriert oder sind sogar erwünscht. Hochfeine Manufakturteppiche sollten jedoch frei von Abraschen sein.

Die Ursachen von Abraschen sind vielfältig: Beim Einfärben per Hand weichen die Farbstoffmengen gegenüber der nächstfolgenden Färbecharge geringfügig ab und verändern so den Farbton.

Auch unterschiedliche Naturwollfarben, die von Beige über Braun bis Schwarz reichen, können die Ursache sein, denn die Farben decken darauf anders. Ausschlaggebend sind ferner die unterschiedlichen Temperaturen der Farbflotte, differierende Konsistenz des Farbstoffs - insbesondere bei Naturfarbstoffen -, intensiveres oder kürzeres Kochen, Sonnentrocknung des Färbegutes, verschiedenartige Beizen zum Aufschließen des Keratins (Protein der Wolle), Restfettgehalt der Wolle, Mineralgehalt und ph-Wert des Wassers, Farbreaktionen bei einer Veredelungswäsche, usw.

Abraschen sind ein so spezifisches, teils auch Muster belebendes Orientteppichmerkmal, dass sie in industriell gefertigten Teppichen sogar als produktspezifisches Schmuckelement nachgeahmt werden.

(Abb.: Persischer Gabbeh)

Boteh

Orientalische Musterbezeichnung für das Paisly-Muster 

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Das Boteh ist ein geläufiges, orientalisches Musterdetail, das auch als Mir-i-Boteh bekannt ist und in Europa Paisly- oder Kaschmirmuster genannt wird. Die Form des Boteh ähnelt einem aufrecht stehenden Tropfen, der nach oben in einen rechts oder links geneigten Haken ausläuft. 

Die Herkunft und genaue Bedeutung des Boteh liegt im Dunkeln. Auf Persisch bedeutet das Wort soviel wie Laubbüschel, Strauch, es gibt aber viele weitere Deutungen. Als typisches Rapportmuster lässt es sich als Musterdetail in vielen Teppichen finden, wird aber auch als Primärornament eingesetzt. Bisweilen ist zusätzlich ein kleineres Boteh integriert, das sich zur entgegengesetzten Seite neigt. Diese Zusammenspiel aus Groß- und Kleinboteh bezeichnet man im Persischen auch als »madar va batsche«, zu Deutsch: Mutter und Baby.

Der wohl bekannteste Teppich mit Botehmuster ist der Sarough-Mir. Er ist ein, schlichter, allover gemusterter Teppich. Sehr viel wird der Sarough-Mir in Indien in vielen Farbvariationen und den unterschiedlichsten Formanten nachgeknüpft.

(Abb.: Sarough Mir)

Heibathlou

häufiges Dessin im Abadeh und Gashghai 

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Das signifikante, geometrisch gestaltete Heibathlou-Dessin, das den Gesamtteppich beinhaltet, wird fälschlicherweise oft Keithbathlou genannt. Es hat seinen Ursprung wohl in den Knüpfungen der Gashghai-Nomaden Südpersiens, ist aber auch häufig in den Teppichen der Afscharis und manchmal, allerdings stark abgewandelt, auch in denen der benachbarten Luren anzutreffen. Bekannt und verbreitet wurde es jedoch durch die Provenienz Abadeh, von deren drei Basisdessins das Heibathlou um die siebzig Prozent abdeckt. Mit ihm werden Brückenformate, Läufer und Teppiche bis maximal sieben Quadratmeter Größe gestaltet.

Das eigenwillige Heibathlou-Dessin ist sehr einprägsam und hält seit Jahrzehnten an seinem Stil und seiner althergebrachten Aufteilung fest: Ein zentrales, meist rhombenförmiges Mittelmedaillon wird grundsätzlich begleitet von vier rosettenartigen Eckmotiven. Dieses Eckmotiv schmückt manchmal auch das Innere des Medaillons. Ebenfalls typisch ist die Gestaltung des Mittelfeldes, das von Haupt-, Neben- und Mitläuferbordüren umrahmt wird. Das Innenfeld wird immer geschmückt von kleinen, oft stark geometrisierten Ornamenten animalischer oder pflanzlicher Herkunft. Vielfach ist zu beobachten, dass die Längssymmetrie missachtet wird und abgebildete Tiere über die Gesamtlänge des Dessins sämtlich mit den Füßen in eine Richtung weisen, meist zum Knüpfbeginn. 

(Abb.: Abadeh)

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

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Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

Schiraz

Südiranische Teppichprovenienz 

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Die Stadt Shiraz liegt am südlichen Ausläufer des Zagros-Gebirges und ist Hauptstadt der Provinz Fars.

Shiraz weist eine große Teppichtradition auf. Bereits im 9.Jhdt. sollen hier und in der Umgebung Teppiche geknüpft worden sein. Heute ist Shiraz hauptsächlich ein Umschlagsplatz für Teppiche aus der Umgebung. Die bekanntesten Teppich-Dörfer sind Bassiri, Bilverdi, Djarussa, Faroq, Fassa, Firuzabad, Kafretj und Seydan. Mehrere teppichknüpfende Stämme bevölkern die Umgebung von Shiraz. Die wichtigsten sind: die Gashgai, die Kashghuli, die Khamsen, die Shuli, die Bebahani und viele Unterstämme.

(Abb.: Shiraz)

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