Kazak Ghazni ca. 99 x 148 cm, Unikat / Einzelstück

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Pakistan
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 145.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 5 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Raute, Barbierstangen
Im Kazak Teppich werden meist Rautenmuster in vielen Variationen geknüpft. Die Raute gehört zu den ältesten Orientteppichmustern. Ghazni-Wolle ist eine besonders hochwertige Wolle aus Afghanistan.

Kazak Ghazni Unikat / Einzelstück
  • 900115062-080 U17


Kasak

Knüpfgebiet im Kaukasus 

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Das Knüpfgebiet Kazak liegt im Kaukasus und teilt sich in mehrere Unterprovenienzen: Akstafa, Bordjalou, Fachralo, Idjewan, Lori Pambak und Schulaver.

Trotz den Verschiedenheiten der einzelnen Unterprovenienzen weist der Kazak als einheitliches Charakteristikum ein in klaren tiefen Farben gehaltenes großzügiges geometrisches Muster auf. Eine Seite der Teppichenden ist verschlauft, die andere umgenäht oder zu Fransen geknotet.

Die heutigen Kazaks sind fast immer Teppiche, die in Pakistan oder Afghanistan geknüpft wurden und deren Muster sich an den antiken Vorbildern des gesamten Kaukasus-Gebiets orientieren.

(Abb.:Kasak Ghazni)

Ghazni

Hochwertige Wolle aus Afghanistan

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Der Teppichhandel bezeichnet mit "Ghazni" eine hochwertige Wollqualität aus Afghanistan.

Die geografische Bezeichnung Ghazni steht nicht für einen Knüpfort, sondern für den Ursprung der in dem Teppich verwendeten Wolle. Namensgebend ist eine der 34 Provinzen Afghanistans, gelegen im Osten des Landes zwischen Kabul und Kandahar. Einst war die namensgleiche Provinzhauptstadt Ghazni (auch Ghazna, Ghaznin, Ghaznee) eine wichtige Station auf der Handelsroute zwischen dem Iran und Indien. Die Nähe zu Pakistan begünstigt auch heute noch den Export der Wolle in das Nachbarland.

Wie bei allen Herkunftsregionen guter Wolle, müssen auch die in Ghazni gehaltenen Schafe bei klimatisch harten Bedingungen leben. So liegt der Ort Ghazni selbst bereits 2200 m hoch. Die Weidegründe der Herden befinden sich noch höher, in den Bergen. Es scheint zwar eine eigene Ghazni-Schafrasse zu geben, der Handelsbegriff Ghazni-Wolle beschränkt sich jedoch nicht auf diese. Generell ist die Wolle dieser Region sehr langstapelig, wenig gekräuselt, lanolinreich und sehr dick. Ihre hohe Spannkraft sorgt dafür, dass sich auch durch intensive Benutzung der nieder gedrückte Teppichflor wieder aufrichtet. Die Bezeichnung Ghazni-Wolle kommt einem Qualitätssiegel gleich.

(Abb.: Kazak Ghazni)

 

Raute

Musterdetail historischen Ursprungs

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Die Raute ist ein auf der Spitze stehender Rhombus, dessen vier gleiche Seiten im Orientteppich gezackt, abgesteppt oder mit Haken besetzt sein können. Mit dem Quadrat gehört die Raute zu den ältesten Grundformen im Orientteppich. Sie bildet die Grundlage für alle Rapportmuster.

Die Raute hat in der islamischen Welt zudem einen symbolischen Wert. Sie versinnbildlich die Unsterblichkeit der Seele. Dementsprechend ist sie sehr häufig als Füllmotiv anzutreffen.

Ausgesprochene Rautenmuster oder von der Raute abgewandelte Muster weisen die Yomut-Teppiche der Turkmenen auf. Durchlaufende Rautenmuster realisieren auch die Luren- und Bachtiari-Knüpfer, welche das Dessin dann "Keshti" nennen.

(Abb.: Yalameh)

Barbierstangen

europäisierte Bezeichnung für ein bestimmtes Orientmusterdetail 

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Das Barbierstangenmuster ist ein beliebtes Orientteppichmotiv, das überwiegend in kaukasischen Knüpfungen vorkommt, beispielsweise in der Provenienz Gendje, vornehmlich des 19. Jhdt. Es besteht aus parallel verlaufenden, mehrfarbigen Diagonalstreifen, die grundsätzlich von oben rechts nach unten links verlaufen und das gesamte Mittelfeld ausfüllen. Man trifft es aber auch an in heutigen Provenienzen Süd-Aserbeidjans, wie beispielsweise im Meschghin und Ardebil sowie in kurdischen Knüpfungen und in solchen des Farsgebietes, wo es zuweilen die Bordüren ziert.

Wir haben es hier mit einer der Seltsamsten, aber auch am meisten einleuchtenden Muster-Bezeichnungen zu tun. Der Name hat überhaupt nichts mit den ursprünglichen, heute unbekannten Symbolgehalten zu tun. Er geht vielmehr zurück auf die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt einsetzende Handelstätigkeit und den damit einhergehenden sprachlichen Einfluss Westeuropas. Als nämlich englische Einkäufer dieses stilistisch klar und einfach gegliederte Innenfeldmuster zu sehen bekamen, erinnerte sie das Motiv diagonal und parallel nebeneinander gesetzter, schmaler Streifen sofort an das im heimatlichen England übliche Zunftzeichen der dortigen Barbiere. Sie nannten es fortan barberhinge-design, zu Deutsch: Barbierstangenmuster. Dort hängt noch heute vor vielen Frisiersalons ein rechteckiges Schild mit eben solchen Diagonalstreifen. Als die Einkäufer ständig anmerkten, dass in ihrer Heimat ein ähnliches Motiv von den britischen Barbieren geführt wird, übernahmen die Basaris im Orient diese Bezeichnung zur Mustererläuterung, sodass sich dafür schon bald die Bezeichnung barberhinges einbürgerte - und bis heute so blieb.

Die Bedeutung und Herkunft dieses Musters ist bisher nicht bekannt. Verschiedene Deutungsversuche wurden versucht. Sie sind aber teilweise so abenteuerlich, dass sie ihrer Verbreitung im Wege stehen.

(Abb.: Beloutsch)

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