Chobi Ziegler

ca. 210 x 292 cm, Unikat / Einzelstück

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Chobi Ziegler ca. 210 x 292 cm, Unikat / Einzelstück
Artikel-Nr.: 900138967-080 U17
Produktinformationen "Chobi Ziegler"
Erleben Sie die zeitlose Eleganz eines klassischen Ziegler Teppichs mit seinem charakteristischen, sanften Farbspiel. - Dieser handgeknüpfte Orientteppich ist ein einzigartiges Unikat, von dem nur ein Stück verfügbar ist.
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Gesamthöhe: ca. 8 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Größe: ca. 210 x 292 cm
Herkunft: Pakistan
Knoten pro m²: ca. 110.000 Knoten pro m²
Marke: Kibek-Echt-Orient
Muster: Palmetten, Gabelranken, Allover
Provenienz: Ziegler
Verarbeitung: handgeknüpft

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Allover

Dessinrapport ohne Medaillon

Allover ist ein aus dem Englischen übernommener, inzwischen auch im Deutschen weitverbreiteter Fachbegriff für eine spezielle Musterkonzeption. Sie wird gebildet aus einem endlosen, durchgehend gemusterten Rapport ohne Medaillon oder eine auf andere Weise betonte Mitte. Dennoch kann eine Vierersymmetrie zugrunde liegen. Da allover gemusterte Dessins (Musterung, Zeichnung) durch die fehlende Betonung des Teppichzentrums gerade in möblierten Räumen universell einsetzbar sind, und keine Rücksicht auf ein Mittelmedaillon genommen werden muss.

(Abb.: Birdjand)

Palmetten

Florales Musterdetail 

Palmetten sind floralartige, bis zur Abstraktion neigende Musterdetails, deren Herkunft uralt ist. Sie wirken oft ein wenig querschnittartig. Während der Kunstepoche der Safawiden (1501 bis 1722) gelangten sie zu voller Blüte. Meist erscheinen sie zusammen mit anderen Floralornamenten wie Schah-Abbas-Blüten, Arabesken und Wolkenbändern. Es wird unterschieden nach Blatt-, Fächer-, Kelch-, Kranz-, Scheiben- und Schah-Abbas-Palmetten. Wenn im Zentrum ein Tier abgebildet ist, spricht man von einer Tierpalmette. Eine Eigentümlichkeit stellen die dämonenhaften Fratzenpalmetten dar, die als Abwehr gegen den im Orient weitverbreiteten Aberglauben des Bösen Blicks gedacht sind.

(Abb.: Nain)

Ziegler

Persisch-englische Teppichmanufaktur des 19. Jahrhunderts

Im 19. Jahrhundert gründete ein Schweizer namens Ziegler, ein später naturalisierter Brite, in Manchester eine Weberei, die ihre Tuche erfolgreich auch in den Orient exportierte.

Mit der in Persien steigenden Nachfrage ergab sich aber das Problem, das dortige Zahlungsmittel, den persischen Rial, in konvertierbare Währung umzutauschen und nach Großbritannien zu transferieren. Bei kleineren Geldmengen behalf die Firma Ziegler & Co., Täbris, sich mit dem Umtausch in russische Goldimperials, die dann unter Bedeckung nach Baku und von dort über St. Petersburg nach London geschafft wurden. Ein viel zu komplizierter Weg und bei den unsicheren Überlandstrecken voller Gefahren. So verfiel man auf die Idee aus den Rialerlösen der Tuchverkäufe im Gegengeschäft einheimische Produkte aufzukaufen und diese dann gegen Pfund-Sterling zu exportieren.

Heutzutage nennen wir diese, vorwiegend mit Weichwährungsländern praktizierte Handelsform, Counter-Trade, der als moderne, effiziente Außenhandelsform gilt. Unter diesen Einkäufen in Persien waren insbesondere Teppiche, die Ziegler nach Europa und in die umliegenden Länder, insbesondere in das damals unter britischer Herrschaft stehende Indien exportierte. Durch den intensiven Aufkauf drohte die Quelle persischer Teppiche allmählich zu versiegen.

Doch ein deutscher Ziegler-Mitarbeiter namens Oskar Strauss, der als äußerst unternehmungslustig geschildert wird, hatte eine Idee: als Ausweg aus diesem Dilemma schlug er vor, Ziegler solle unter eigener Regie Teppiche in Persien produzieren. Unter Einführung arbeitsteiliger Produktion organisierte Strauss in den siebziger Jahren des 19. Jhdt. im Sarough und Arak (seinerzeit Sultanabad) anfangs vornehmlich die Produktion von Billigqualitäten. Die Florgarne für diese recht grob geknüpften Teppiche wurden mehr und mehr mit den inzwischen in Deutschland erfundenen Anilinfarben gefärbt. Der Absatz dieser neu produzierten Teppiche war äußerst erfolgreich. Allerdings verblassten die damaligen Anilinfarben recht schnell, ein Makel, der den synthetischen Farbstoffen ungerechtfertigterweise bis heute anhaftet. Ein ruhiges, fahles Kolorit war die Folge. Dieses blasse Farbspiel ist so sehr gefragt, dass findige Importeure auf die Idee kamen, diesen Teppichtypus in Nord-Pakistan, Afghanistan, Indien, Ägypten und der Türkei in eben diesen matten Farben nachknüpfen zu lassen, allerdings in weitaus besseren Qualitäten als die antiken Vorläufer: Der heutige Ziegler-Teppich - ursprünglich nur eine verblasste Billigqualität - war geboren.

In der Türkei geknüpft, wird er dort als Uschak vermarktet, hat aber nicht das Geringste mit der Antikprovenienz (Ursprung, Herkunft) gemein. Zur Ehrenrettung der Firma Ziegler & Co. sei allerdings auch erwähnt, dass man mit steigender Nachfrage zunehmend bessere Qualitäten knüpfte. Diese Produktion wurde über die Schwarzmeerhäfen Batum (Georgien) und Trapezunt (Türkei) via Istanbul nach Europa und in die USA verschifft. Nach Indien gingen die Teppiche über Bandar Abbas am Persischen Golf und wurden in Bombay gelöscht.

(Abb.: Ziegler)

Gabelranken

florales Teppichornament pflanzlicher Herkunft 

Die Gabelranke ist eines der ältesten Ornamente und findet sich in fast jedem Teppich mit floralem Dessin. Vorbild für dieses Ornament ist der verzweigte Ast von Bäumen, Büschen und anderen Pflanzen. Meist ist die Gabelranke in ihrer Verzweigung auffällig verdickt. Oft läuft sie in Spiralen aus.

(Abb.: Isfahan)