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| Marke: | Kibek-Echt-Orient |
| Herkunft: | Persien (Iran) |
| Flormaterial: | 95 % Schurwolle, 5 % Seide |
| Verarbeitung: | handgeknüpft |
| Knoten pro m²: | ca. 550.000 Knoten pro m² |
| Gesamthöhe: | ca. 8 mm |
| Grundgewebe: | Baumwolle |
| Muster: | Palmetten, Latschak-Torandj |
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- Artikel-Nr.: 900166114-050 U17
Täbriz
Nordwestiranische Teppichprovenienz

Täbriz liegt 1367 m ü. M. in einer großen Senke, welche im Süden vom erloschenen Vulkan Sahend und im Osten vom Qucheh Dâgh dominiert wird. Im Westen flacht das Gelände zum Resayeh See ab. Der Name wird zurückgeführt auf Tav-riz, was „Urgrund der Flüsse“ bedeutet und sich auf die zahlreichen Quellen am Sahend bezieht.
Täbriz gehört zu den wichtigsten Knüpfregionen des Iran und blickt auf eine alte Tradition zurück. Auf dem Basar werden Teppiche der ganzen Provinz gehandelt.
In Täbriz werden Teppiche der verschiedenen Kategorien hergestellt, bis zu Feinst-Knüpfungen, die zu den besten gehören, die im Iran geknüpft werden. Die Knüpfdichte wird in Täbris grundsätzlich in Raj angegeben. Dabei werden die Knoten in Schuss- und Kettrichtung je Gireh (ca. 7 cm) ermittelt. Ein 50 Raj Täbris hat demnach ca. 510.000 Knoten/m². Ab 70 Raj (ca. 1 Mio. Knoten/m²) wird auf einer Seidenkette gearbeitet. Die feinsten Täbris erreichen 80 Raj. Am beliebtesten ist der 50 Raj Täbris, der auf einem Baumwollgrundgewebe geknüpft wird.
Die Dessins sind sehr vielfältig: z. B. mit klassischen Medaillons oder Allover, mit Garten- oder Jagd-Motiven oder Gebetsteppiche.
(Abb.: Täbriz)
Raj
Persische Masseinheit für Knüpfdichten

In einigen Teilen des Iran wird die Knüpfdichte von Teppichen in Raj angegeben.
Vor allem im Nordwesten des Landes ist diese Maßeinheit verbreitet. Die Feinheit vom Täbriz zum Beispiel wird auf dem Basar ausschließlich in Raj angegeben.
Bei der „Maßeinheit“ Raj wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der Knoten in Kettrichtung (also parallel zu den Fransen) genauso hoch ist, wie die Anzahl der Knoten in Schussrichtung.
Die Raj geben an, wie viele Knoten pro Gireh in Kettrichtung geknüpft sind. Im Iran basieren Angaben zur Knüpfdichte in der Regel auf der Einheit Gireh.
Ein Gireh entspricht der Länge von 1/16 Sar. Die Länge eines Sar variiert von Provenienz zu Provenienz leicht:
Teheran: 1 Sar = 1,04 m → 1 Gireh = 6,5 cm
Täbriz: 1 Sar = 1,07 m → 1 Gireh = 6,7 cm
Kerman: 1 Sar = 1,12 m → 1 Gireh = 7,0 cm
1 Gireh entspricht also einer Länge zwischen 6,5 und 7 cm. In der Regel werden heute 7 cm angenommen. Ein Raj entspricht also einem Knoten pro 7 cm. Umgerechnet auf die bei Täbriz beliebte Knüpfdichte von 50 Raj bedeutet das, dass auf 7 cm 50 Knoten in Kettrichtung und 50 Knoten in Schussrichtung kommen. Umgerechnet auf europäische Angaben hat ein 50 Raj feiner Täbriz demnach 510.000 Knoten pro Quadratmeter
(Abb.: Täbriz 50 Raj)
Palmetten
Florales Musterdetail

Palmetten sind floralartige, bis zur Abstraktion neigende Musterdetails, deren Herkunft uralt ist. Sie wirken oft ein wenig querschnittartig. Während der Kunstepoche der Safawiden (1501 bis 1722) gelangten sie zu voller Blüte. Meist erscheinen sie zusammen mit anderen Floralornamenten wie Schah-Abbas-Blüten, Arabesken und Wolkenbändern. Es wird unterschieden nach Blatt-, Fächer-, Kelch-, Kranz-, Scheiben- und Schah-Abbas-Palmetten. Wenn im Zentrum ein Tier abgebildet ist, spricht man von einer Tierpalmette. Eine Eigentümlichkeit stellen die dämonenhaften Fratzenpalmetten dar, die als Abwehr gegen den im Orient weitverbreiteten Aberglauben des Bösen Blicks gedacht sind.
(Abb.: Nain)
Latschak-Torandj
Musterdetail

Das Wort „Latschak“ ist eine alte persische Bezeichnung für ein dreieckiges Tuch.
Beim Latschak-Torandj-Muster wiederholt sich - traditionell gestaltet - in den Innenecken des Teppichs zu je einem Viertel die Farbabfolge der Passen des Mittelmedaillons. Bei runden Teppichen wiederholt sich die Farbabfolge in der Außenbordüre.
Dieses klassische Muster ist weit verbreitet und z.B. das Hauptdessin im Keshan-Teppich.
(Abb.: Keshan)