Nain 6 Lah Habibian ca. 128 x 200 cm, Unikat / Einzelstück

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Persien (Iran)
Flormaterial: 85 % Schurwolle, 15 % Seide
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 800.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 7 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Signatur: Habibian
Muster: Feldermuster, Bidmadjnun, Boteh
Der 6 Lah oder Schisch-Lah Nain ist ein klassischer, besonders feiner und hochwertiger persischer Orientteppich. Typisch für den Nain sind die Mustereinfassungen in Seide.

Nain 6 Lah Habibian Unikat / Einzelstück
  • 900166180-050 U17


Nain

Zentralpersische Teppichprovenienz 

nain_nainHabibian_Nain

 Nain zählt zu den bekanntesten Teppichprovenienzen (Ursprung, Herkunft) des Iran. Sie hat ihren Namen von der gleichnamigen Stadt nordwestlich von Isfahan. Nain hat eine alte Web-Tradition. Hier wurden vor der Khadjaren-Dynastie (1794 - 1925) die hochwertigsten Überwürfe für Edelleute hergestellt, „Aba“ genannt. Unter dem Einfluss der westlichen Kultur, wurde „Aba“ als Kleidung vom Anzug verdrängt, und immer weniger gehandelt. Die Weber verlagerten ihr Geschäft und begannen Teppiche zu knüpften. Heutige Teppiche  aus Nain verdanken Ihre unverwechselbaren Muster und Farbkombinationen dem Meister Hadj Fatollah Habibian Naiini. Er arbeitete mit weniger als zehn Farben und legte somit den Grundstein für den noch heute beliebten Teppich. Die Grundfarben sind bis heute meist Weiß bzw. Beige und Blau, wobei auch immer öfter Nain-Teppiche in den Farben Rot, Grün und Gelb gibt. Typisch sind florale Muster, deren Konturen mit Seide betont werden. Durch ihre schlichte Eleganz passen die Nain auch in moderne Einrichtungen. 

Man unterscheidet den Nain in 4 Qualitätsstufen, die in „Lah“ angegeben werden. Sie beschreibt Anzahl der Fäden aus dem die Kette gezwirnt ist. Je mehr Fäden, desto dicker die Kette und damit die Knüpfknoten und desto geringer die Knüpfdichte:

Nain 12Lah: Davosda-Lah, auch als Kaschmar-Nain bekannt, ist mit ca. 150.000 – 250.000 Knoten / qm der gröbste Nain. Er wird nach den Traditionen der Knüpfer aus Nain, im Khorasan Gebiet geknüpft.

Nain 9Lah: Der im persischen No-lah Nain genannte Teppich ist mit ca. 350.000 – 550.000 Knoten / qm deutlich feiner als der 12Lah Nain.

Nain 6Lah: Dem feinen 6Lah- oder Schisch-Lah Nain ist der Ruhm der Provenienz zu verdanken. Er gilt im gesamten Orient als besonders hochwertiger persischer Teppich. Die Knüpfdichte liegt bei ca. 850.000 – 1.200.000 Knoten / qm

Nain 4Lah: Der Nain 4Lah oder Tschahar-Lah ist mit ca. 1.200.000 – 2.000.000 Knoten /qm der vielleicht feinste iranische Wollteppich.

Abb. links: Nain, 6Lah
Abb. oben: Habibian Signatur

 

Lah

Garnstärkeangabe in Nain 

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Eine erste Orientierungshilfe für die Feinheit des Nain-Teppichs ist die Einstufung in Lah. Mit Lah und der dazugehörigen Ziffer bezeichnet man beim Nain-Teppich die Anzahl der Garne, die zu einem Kettgarn verzwirnt werden. Je mehr Vorgarne im Endgarn enthalten sind, desto dicker wird der Kettfaden. 

Logischerweise wird dann auch der grundsätzlich um die Kettgarne gewundene Knüpfknoten voluminöser und die Knüpfung dementsprechend gröber. Woraus zu schließen ist, dass wenige Lah einem dünneren Faden entsprechen, also eine feinere Knüpfung bedingen. Die Lah-Zahl ist aber nur als grober Anhaltspunkt über die Knüpfdichte zu verstehen. In Nain selbst werden die Knüpfdichten aber auch in Cheft angegeben, eine Einstufung, wie sie im Isfahan üblich ist.

Zu Anfang waren die Nain-Knüpfereien nur auf hohe Knotenfeinheiten ausgerichtet. Mit weniger als 6-Lah verließ kaum ein Stück die bis damals noch wenigen Knüpfereien. Als Feinstes bietet der Markt sogar 3-Lah-Knüpfdichten, die Petit-Point-Stickereien gleichkommen, aber äußerst selten am Markt ist. In Europa wird sie gar nicht gehandelt. 

4-Lah-Nains, eine immer noch extreme Feinheit mit bis zu 1.4 Millionen Knoten pro Quadratmeter tauchen allerdings hin und wieder auch im Abendland auf. Um dennoch den Markt für erschwingliche Teppiche zu bedienen, befriedigte man bald auch den Wunsch nach preislich moderateren Knüpfeinstellungen und lieferte 9-Lah, die im Laufe der Jahre einen ständig wachsenden Produktionsanteil einnahmen. Im täglichen Gebrauch sind die 9-Lah-Knüpfungen robust und dauerhaft. 

Die gröbsten Nain-Knüpfungen aus Kaschmar und Tabbas haben sogar 12-Lah. 

(Abb.: Nain)

Korkwolle

Feine Wolle in Orientteppichen 

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Kurk, auch Kork gesprochen, bedeutet auf Persisch soviel wie Flaum und wurde zum Synonym für feinfädige Florgarne. Dennoch ist es ein unbestrittener Begriff für feinfädige Wolle. Die ethymologische Herkunft dieses Wortes, das auch im Persischen und im Türkischen ein Fremdwort zu sein scheint, ist ungewiss. Eine andere Erklärung bringt es in Verbindung zur irischen Stadt Cork. Über diesen Hafen sollen Ende des 19. Jhdt. besonders feinfädige Schafwollgarne in den Orient verschifft worden sein. Diese Annahme wird zusätzlich gestützt durch die in alten Orientteppichen der Gruppe der sog. „Amerikanischen Saroughs“ anzutreffende Qualitätsauslobung „Manchesterwolle“, die ebenfalls von den Britischen Inseln nach Persien importiert wurde.

Die Zusammensetzung und Herkunft früherer Kurkwollgarne liegt also im Dunkel. Es handelt sich aber immer um besonders feinfädige, sich fast samten anfühlende Knüpfgarne. Im Iran, beispielsweise in den feinen Isfahans, ist Kurkwolle heutzutage ein Garn, das je zur Hälfte aus Importen und heimischer Wolle besteht. Die Bezeichnung Kurkwolle, die sehr häufig im Handel als Auslobung für besonders guten Wollflor benutzt wird, ist nirgends verbindlich definiert. Auch das Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) kennt keine Qualitätsbezeichnung Kurk, so dass allein der Anbieter bestimmt, was Kurkwolle ist.

(Abb.: Isfahan)

Habibian

Orientteppichmanufaktur in Nain 

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Die Orientteppich-Manufaktur Habibian machte sich von Anfang an sehr um die Provenienz (Ursprung, Herkunft) Nain verdient. Auf Grund ihrer hochwertigen Qualität und der gefälligen Dessins (Musterung, Zeichnung) erreichte sie bald ein herausragendes Renommee. Echte Habibian-Nains sind relativ selten und recht gut zu erkennen, denn ihr Duktus (Stil, Stilrichtung) ist ‘kurviger’ als die Linienführung der anderen Knüpfungen. Der Gründer der gleichnamigen Manufaktur ist vor einigen Jahren in hohem Alter verstorben.

Bidmadjnun

Musterdetail, eine Trauerweide darstellend

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Ein weitverbreitetes Musterdetail in Orientteppichen. Wörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie „verrückte Weide“. Es zeigt deutlich erkennbar die hängenden Zweige der Trauerweide und taucht regelmäßig als Musterdetail auf in den sogenannten Garten-Teppichen wie Bachtiar, Moud, Sarough und anderen.

(Abb.: Birdjand)

Boteh

Orientalische Musterbezeichnung für das Paisly-Muster 

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Das Boteh ist ein geläufiges, orientalisches Musterdetail, das auch als Mir-i-Boteh bekannt ist und in Europa Paisly- oder Kaschmirmuster genannt wird. Die Form des Boteh ähnelt einem aufrecht stehenden Tropfen, der nach oben in einen rechts oder links geneigten Haken ausläuft. 

Die Herkunft und genaue Bedeutung des Boteh liegt im Dunkeln. Auf Persisch bedeutet das Wort soviel wie Laubbüschel, Strauch, es gibt aber viele weitere Deutungen. Als typisches Rapportmuster lässt es sich als Musterdetail in vielen Teppichen finden, wird aber auch als Primärornament eingesetzt. Bisweilen ist zusätzlich ein kleineres Boteh integriert, das sich zur entgegengesetzten Seite neigt. Diese Zusammenspiel aus Groß- und Kleinboteh bezeichnet man im Persischen auch als »madar va batsche«, zu Deutsch: Mutter und Baby.

Der wohl bekannteste Teppich mit Botehmuster ist der Sarough-Mir. Er ist ein, schlichter, allover gemusterter Teppich. Sehr viel wird der Sarough-Mir in Indien in vielen Farbvariationen und den unterschiedlichsten Formanten nachgeknüpft.

(Abb.: Sarough Mir)

Feldermuster

Mittelfeldmusterung mit Gartenmotiven

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Teppiche mit Feldermuster, in Persien Ghab-ghabi (Rahmen im Rahmen) genannt, werden im Deutschen auch als Gartenteppiche bezeichnet. Der Grund: Das Muster erinnert an einen üppig bewachsenen Garten mit geometrisch gegliederten, einzeln eingefassten Beeten.

Diese Assoziation scheint zulässig: Weite Teile Persiens und viele andere Regionen des Mittleren und Nahen Ostens sind wüsten- oder steppenartige Trockengebiete, in denen vielfach so genannter Irrigations-Gartenbau betrieben wird. Dabei wird Wasser durch kleine Bewässerungskanäle zu den Beeten geführt. Das Feldermuster gibt dieses Bewässerungssystem stark vereinfacht wieder. 

Aufgrund der Trockenheit in diesen Regionen stellen zudem blühende und grünende Gärten eine Besonderheit dar. Dementsprechend geht das Feldermuster wohl auf den Wunsch zurück, sich ein wenig Garten und damit ein kleines Paradies ins Haus zu holen. Im Koran kommt der Begriff Garten als irdisches Gegenstück zum Paradies - übrigens ein Wort altpersischen Ursprungs - sehr häufig vor.

Das Feldermuster wird häufig in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Bachtiar, Ghoum, Moud oder in Kaschmir-Seidenteppichen verwendet, seltener auch beim Täbriz, Mesched und Sarough. Die einzelnen Kassetten zeigen zwar meist unterschiedliche Motive, folgen jedoch einer streng symmetrischen Anordnung, oft in quadratischer, manchmal in rechteckiger oder rhombischer Form. 

Die Ursprünge des Feldermusters reichen bis weit in die Antike zurück. Bereits der Pazyryk-Teppich wurde schon mit quadratischen Feldern gestaltet. Im Palast Taq-e-Kisra am Königssitz Ketesiphon im heutigen Nordirak lag einst ein Gartenteppich in den gewaltigen Abmessungen von 150 x 30 Metern. Das mit Preziosen besetzte und von Edelmetallen durchwirkte Prachtstück, das wahrscheinlich ein Wirkteppich gewesen ist und in den Wirren der Geschichte verloren ging, nennt der Volksmund zu Ehren des Prunk liebenden Sassanidenkönigs Chosrau II. (590 bis 628 n. Chr.) noch heute „Frühling von Chosrau“. Im Museum für Islamische Kunst in Berlin befindet sich ein berühmter Gartenteppich aus dem 18. Jahrhundert, der die Beete aus der Vogelperspektive zeigt. In seinen Bewässerungsgräben ist das Leben spendende Wasser mit blauen Wellen dargestellt, in dem sogar Fische schwimmen.

(Abb.: Mood)

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