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Täbriz 50 Raj ca. 256 x 347 cm, Unikat / Einzelstück

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Persien (Iran)
Flormaterial: 85 % Schurwolle, 15 % Seide
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 480.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 12 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Mahi, Medaillon
Täbriz ist eine große Stadt im Norden Persiens. Sie gehört zu den wichtigsten Knüpfregionen für Orientteppiche weltweit und blickt auf eine sehr lange Knüpf-Tradition zurück.

Täbriz 50 Raj Unikat / Einzelstück
  • 900065575-073 U17


Täbriz

Nordwestiranische Teppichprovenienz 

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Täbriz liegt 1367 m ü. M. in einer großen Senke, welche im Süden vom erloschenen Vulkan Sahend und im Osten vom Qucheh Dâgh dominiert wird. Im Westen flacht das Gelände zum Resayeh See ab. Der Name wird zurückgeführt auf Tav-riz, was „Urgrund der Flüsse“ bedeutet und sich auf die zahlreichen Quellen am Sahend bezieht.

Täbriz gehört zu den wichtigsten Knüpfregionen des Iran und blickt auf eine alte Tradition zurück. Auf dem Basar werden Teppiche der ganzen Provinz gehandelt.

In Täbriz werden Teppiche der verschiedenen Kategorien hergestellt, bis zu Feinst-Knüpfungen, die zu den besten gehören, die im Iran geknüpft werden. Die Knüpfdichte wird in Täbris grundsätzlich in Raj angegeben. Dabei werden die Knoten in Schuss- und Kettrichtung je Gireh (ca. 7 cm) ermittelt. Ein 50 Raj Täbris hat demnach ca. 510.000 Knoten/m². Ab 70 Raj (ca. 1 Mio. Knoten/m²) wird auf einer Seidenkette gearbeitet. Die feinsten Täbris erreichen 80 Raj. Am beliebtesten ist der 50 Raj Täbris, der auf einem Baumwollgrundgewebe geknüpft wird.

Die Dessins sind sehr vielfältig: z. B. mit klassischen Medaillons oder Allover, mit Garten- oder Jagd-Motiven oder Gebetsteppiche.

(Abb.: Täbriz)

Raj

Persische Masseinheit für Knüpfdichten

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In einigen Teilen des Iran wird die Knüpfdichte von Teppichen in Raj angegeben. 

Vor allem im Nordwesten des Landes ist diese Maßeinheit verbreitet. Die Feinheit vom Täbriz zum Beispiel wird auf dem Basar ausschließlich in Raj angegeben. 

Bei der „Maßeinheit“ Raj wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der Knoten in Kettrichtung (also parallel zu den Fransen) genauso hoch ist, wie die Anzahl der Knoten in Schussrichtung. 

Die Raj geben an, wie viele Knoten pro Gireh in Kettrichtung geknüpft sind. Im Iran basieren Angaben zur Knüpfdichte in der Regel auf der Einheit Gireh.

Ein Gireh entspricht der Länge von 1/16 Sar. Die Länge eines Sar variiert von Provenienz zu Provenienz leicht:

Teheran: 1 Sar = 1,04 m → 1 Gireh = 6,5 cm
Täbriz: 1 Sar = 1,07 m → 1 Gireh = 6,7 cm
Kerman: 1 Sar = 1,12 m → 1 Gireh = 7,0 cm

1 Gireh entspricht also einer Länge zwischen 6,5 und 7 cm. In der Regel werden heute 7 cm angenommen. Ein Raj entspricht also einem Knoten pro 7 cm. Umgerechnet auf die bei Täbriz beliebte Knüpfdichte von 50 Raj bedeutet das, dass auf 7 cm 50 Knoten in Kettrichtung und 50 Knoten in Schussrichtung kommen. Umgerechnet auf europäische Angaben hat ein 50 Raj feiner Täbriz demnach 510.000 Knoten pro Quadratmeter

(Abb.: Täbriz 50 Raj)

Herati

Mahi, Mahi-to-Hos, Fischdesign - verbreitetes Musterelement: "Fische im Teich"

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Das Herati- oder Fisch-Dessin (Musterung, Zeichnung) ist ein typisches Rapportmuster, das sich seit langem und durchgängig großer Beliebtheit erfreut. Das „i“ am Ende ist der Präposition „von“ gleichzusetzen, also „von Herat (stammend)“. 

Die heute in West-Afghanistan liegenden Stadt Herat wurde 328 v. Chr. als Alexandria Areion von Alexander dem Großen gegründet. Unter Shah Rukh (1405-1447), einem Sohn Tamerlans (Timur Leng), war es kurze Zeit Reichshauptstadt der Timuriden-Dynastie. 

Bis in die 1920er Jahre wurden in Herat hochwertige Teppiche in persischen Mustern geknüpft – viele nach wie vor mit dem dort beheimateten Dessin. Heute ist die inzwischen zu Afghanistan gehörenden Stadt Herat Hauptumschlagsplatz für die west-afghanischen Herat-Belutsch.

Der lokale Ursprung dieses Musters ist sehr gut möglich, denn nach der von Nadir-Shah (1688-1747) befohlenen Umsiedlung großer Bevölkerungsteile vom heutigen West-Afghanistan nach West-Persien, taucht es vermehrt dort auf. 

Das wohl schon uralte Musterensemble setzt sich aus mehreren, interpretierbaren Einzelteilen zusammen. 

Dargestellt sind ein auf die Spitze gestellter Rhombus mit einer im Zentrum aufgehängten Blüte - wohl eine Margerite darstellend, möglicherweise aber auch die Erde als Zentrum allen Seins in diesem Quadrat symbolisierend. An den oberen und unteren Spitzen sitzen stilisierte Lotosblüten auf, ein Hinweis auf die Verbindung nach China. Die seitlichen Spitzen laufen aus in Päonien. Diese, auch Bauernrose genannte Blüte, nimmt in China den Platz der Königin der Blumen ein und gelangte über die Seidenstraße nach Westen. 

Alle vier Seiten des Ensembles werden von halbmondförmigen, lanzettartigen Blättern flankiert, die auch als Fische (Pers. Mahi) gedeutet werden, daher die persische Bezeichnung Mahi-to-hos, zu Deutsch “Fische im Teich“.

Die sehr bildliche Benennung geht davon aus, dass das Teppichinnenfeld einem Teich gleichzusetzen ist. Als Begriffsbestimmung klingt diese Auffassung auch in Europa an, wo man die Teppichumrandung als Bordüre bezeichnet, ein Wort aus dem Französischen, das Uferrand bedeuten kann.

Der immense Mengen Eier produzierende Fisch war in vielen altorientalischen Naturreligionen ein Symbol für Fruchtbarkeit und fand auf diese Weise Eingang in die von je her religiös geprägte Kunst. Es könnte aber auch ein altiranischer Mythos zu Grunde liegen, nach dem zwei gigantische Wale die Erdscheibe in Rotation halten.

Das Herati-/Fisch-Muster/Mahi-to-hos sicher das derzeit verbreitetste Dessin in persischen Teppichen. Man findet es Innenflächen deckend - allover mit oder ohne Medaillon - vorwiegend in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Ardebil, Bidjar, Birdjend, Ghiassabad, Ferahan, Khoy, Marand, Moud, Sarab-Madjajechi, Sarough, Senneh/Sanandadj und Täbriz. Doch es taucht auch auf in den süd-persischen Teppichen des Fars-Gebietes, im Hamadan-Gebiet, sowie im Kaukasus und ist als Begleitmuster in fast allen Provenienzen iranweit vertreten. Außerdem wird es in Indien und China nachgeknüpft. In türkischen Knüpfungen ist es jedoch kaum vertreten. 

(Abb.: Bidjar)

Medaillon

Primärornament im Teppich 

medaillon_kashmar

Das Medaillon ist eine vielfach in Orientteppichen vorkommende Musterform im Mittelfeld. Die Formen selbst sind überaus verschieden, es gibt zum Beispiel Rauten-, Rosetten und Oval-Medaillons.

(Abb.: Kaschmar)

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