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Chobi Ziegler

ca. 88 x 153 cm, Unikat / Einzelstück, blau

699

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Merkmale
Besonderheiten: rechteckig
Verarbeitung: handgeknüpft
Gesamthöhe: ca. 6 mm
Herkunft: Pakistan
Muster: Palmetten, Allover
Klassischer Ziegler mit seinem typischen
blassen Farbspiel.

Chobi Ziegler Unikat / Einzelstück
  • 1377004-050 U17


Ziegler

persisch-englische Teppichmanufaktur des 19. Jahrhunderts

ziegler_ziegler

Im 19. Jahrhundert gründete ein Schweizer namens Ziegler, ein später naturalisierter Brite, in Manchester eine Weberei, die ihre Tuche erfolgreich auch in den Orient exportierte.

Mit der in Persien steigenden Nachfrage ergab sich aber das Problem, das dortige Zahlungsmittel, den persischen Rial, in konvertierbare Währung umzutauschen und nach Großbritannien zu transferieren. Bei kleineren Geldmengen behalf die Firma Ziegler & Co., Täbris, sich mit dem Umtausch in russische Goldimperials, die dann unter Bedeckung nach Baku und von dort über St. Petersburg nach London geschafft wurden. Ein viel zu komplizierter Weg und bei den unsicheren Überlandstrecken voller Gefahren. So verfiel man auf die Idee aus den Rialerlösen der Tuchverkäufe im Gegengeschäft einheimische Produkte aufzukaufen und diese dann gegen Pfund-Sterling zu exportieren.

Heutzutage nennen wir diese, vorwiegend mit Weichwährungsländern praktizierte Handelsform, Counter-Trade, der als moderne, effiziente Außenhandelsform gilt. Unter diesen Einkäufen in Persien waren insbesondere Teppiche, die Ziegler nach Europa und in die umliegenden Länder, insbesondere in das damals unter britischer Herrschaft stehende Indien exportierte. Durch den intensiven Aufkauf drohte die Quelle persischer Teppiche allmählich zu versiegen.

Doch ein deutscher Ziegler-Mitarbeiter namens Oskar Strauss, der als äußerst unternehmungslustig geschildert wird, hatte eine Idee: als Ausweg aus diesem Dilemma schlug er vor, Ziegler solle unter eigener Regie Teppiche in Persien produzieren. Unter Einführung arbeitsteiliger Produktion organisierte Strauss in den siebziger Jahren des 19. Jhdt. im Sarough und Arak (seinerzeit Sultanabad) anfangs vornehmlich die Produktion von Billigqualitäten. Die Florgarne für diese recht grob geknüpften Teppiche wurden mehr und mehr mit den inzwischen in Deutschland erfundenen Anilinfarben gefärbt. Der Absatz dieser neu produzierten Teppiche war äußerst erfolgreich. Allerdings verblassten die damaligen Anilinfarben recht schnell, ein Makel, der den synthetischen Farbstoffen ungerechtfertigterweise bis heute anhaftet. Ein ruhiges, fahles Kolorit war die Folge. Dieses blasse Farbspiel ist so sehr gefragt, dass findige Importeure auf die Idee kamen, diesen Teppichtypus in Nord-Pakistan, Afghanistan, Indien, Ägypten und der Türkei in eben diesen matten Farben nachknüpfen zu lassen, allerdings in weitaus besseren Qualitäten als die antiken Vorläufer: Der heutige Ziegler-Teppich - ursprünglich nur eine verblasste Billigqualität - war geboren.

In der Türkei geknüpft, wird er dort als Uschak vermarktet, hat aber nicht das Geringste mit der Antikprovenienz (Ursprung, Herkunft) gemein. Zur Ehrenrettung der Firma Ziegler & Co. sei allerdings auch erwähnt, dass man mit steigender Nachfrage zunehmend bessere Qualitäten knüpfte. Diese Produktion wurde über die Schwarzmeerhäfen Batum (Georgien) und Trapezunt (Türkei) via Istanbul nach Europa und in die USA verschifft. Nach Indien gingen die Teppiche über Bandar Abbas am Persischen Golf und wurden in Bombay gelöscht.

(Abb.: Ziegler)

Allover

Dessinrapport ohne Medaillon

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Allover ist ein aus dem Englischen übernommener, inzwischen auch im Deutschen weitverbreiteter Fachbegriff für eine spezielle Musterkonzeption. Sie wird gebildet aus einem endlosen, durchgehend gemusterten Rapport ohne Medaillon oder eine auf andere Weise betonte Mitte. Dennoch kann eine Vierersymmetrie zugrunde liegen. Da allover gemusterte Dessins (Musterung, Zeichnung) durch die fehlende Betonung des Teppichzentrums gerade in möblierten Räumen universell einsetzbar sind, und keine Rücksicht auf ein Mittelmedaillon genommen werden muss.

(Abb.: Birdjend)

Antik-Finish

Teppichwaschverfahren zum Erzeugen einer Alterspatina

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Die Antik-Wäsche ist ein spezielles Verfahren, um Teppichen einen „Antik-Touch“ zu verleihen. Die Farben werden gemildert. Der Teppich bekommt eine Alterspatina. Dieses Verfahren wird auch Antik-Finish genannt. Wird das Verfahren fachlich korrekt ausgeführt, ist es absolut faserunschädlich. Die Haltbarkeit des Teppichs wird nicht verändert. Es findet nur eine Farbumwandlung statt, die weder Wolle noch Baumwolle oder Seide angreift.

(Abb.: Veramin)

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs 

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Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.

Knüpfdichte

Qualitätskriterium für Knüpfteppiche

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Zu den Kriterien für Qualität, Feinheit und Wert eines Knüpfteppichs gehört die Knüpfdichte.

Als Knüpfdichte wird die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter angegeben. Dabei ist es wichtig, geschichtete von ungeschichteten Knüpfungen zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen geschichteter und ungeschichteter Ware besteht in der Position der Kettfäden zueinander. 

Bei einem ungeschichteten Teppich liegen die Kettfäden auf gleicher Ebene nebeneinander. Da jeder Knüpfknoten um zwei Kettfäden geschlungen wird, werden pro Knoten auf der Rückseite des Teppichs zwei nebenander liegende Bögen sichtbar. Zwei Bögen stehen also für einen Knoten. 

Bei geschichteter Ware wird ein Schussfaden locker eingetragen und ein zweiter Schussfaden fester gezogen. Dadurch liegen die Kettfäden nicht mehr parallel, sondern auf zwei Ebenen, fast vertikal übereinander. Auf der Rückseite des Teppichs ist nur ein Knotenbogen sichtbar. Jeder sichtbare Bogen steht also für einen Knoten.

Am deutlichsten sichtbar ist der Unterschied beim Betrachten von feinen Musterdetails auf der Rückseite, wie z. B. schräg laufende Linien: Bei ungeschichteten Teppichen ist in Schussrichtung immer eine gerade Anzahl von Knotenbögen sichtbar, nur bei geschichteter Ware sind ungerade Knotenbögenzahlen möglich.

Der häufigste Fehler, der bei der Bestimmung der Knüpfdichte gemacht wird, besteht darin, dass ungeschichtete Teppiche nicht als solche erkannt und jeder Knoten doppelt erfasst wird.

Um die Knüpfdichte zu ermitteln, werden in einem Quadrat die Knoten in horizontaler (Kett-) und vertikaler (Schuss-) Richtung gezählt und miteinander multipliziert. Meist wird die Knotenanzahl in einem Inch-Quadrat (Zoll-Quadrat) ermittelt und entsprechend auf den Quadratmeter hochgerechnet:

Ein Inch-Quadrat ist etwa: 2,54 cm x 2,54 cm = 6,45 cm2

Ein Quadratmeter ist: 100 cm x 100 cm = 10.000 cm2

Um den Umrechnungsfaktor von Inch in Quadratmeter zu ermitteln, teilt man die Fläche des Quadratmeters durch die Fläche eines Inch-Quadrats: 10.000 cm2 : 6,45 cm2 = 1.550

Der Umrechnungsfaktor vom Quadratinch zum Quadratmeter beträgt 1550.

Zur korrekten Bestimmung, sollte immer an mehreren Stellen des Teppichs gezählt werden, denn als echte Handarbeit gibt es innerhalb eines Stückes leichte Abweichungen.

Beispiel:

Ein Kaschmir Seidenteppich 18/18 (geschichtete Knüpfung, siehe Abbildung) hat in einem Inch-Quadrat 18 Knoten in horizontaler und 18 Knoten in vertikaler Richtung. Daraus ergibt sich eine Knüpfdichte von: 18 x 18 x 1550 = 502200 Knoten / m2

Die Knüpfdichte kann nur innerhalb einer Provenienz als Qualitätskriterium heran gezogen werden. Denn was für einen Manufakturteppich, wie z.B. einem Nain, als grobe Qualität gilt, ist für einen Nomadenteppich, z.B. einem Gabbeh, sehr fein.

Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Allgemein kann man sagen, je feiner das Knüpfgarn, desto höher kann die Knüpfdichte werden. Je höher die Knüpfdichte, desto detailreicher und feiner kann ein Teppichmuster dargestellt werden. Die Knüpfdichte ist jedoch nicht das einzige entscheidende Element um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Je nach Provenienz werden unterschiedlich dicke Knüpfgarne verwendet. So werden zum Beispiel Nomadenteppiche aus dicker handversponnener Wolle gearbeitet. Obwohl die Knüpfdichte relativ niedrig ist, kann es sich bei Nomadenteppichen um durchaus wertvolle Stücke handeln.

Die Knüpfdichte ist also nur ein Kriterium um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Es gibt zahlreiche weitere Elemente, die für den Wert eines Teppichs entscheidend sind.

Hierzu zählen:

- Die schöpferische Gestaltung des Musters und der Farben

- Die Wollqualität

- Die Qualität der Einfärbung der Wolle

- Das Wolleinsatzgewicht

- Die Gleichmäßigkeit und Exaktheit der Knüpfung

- Die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Schur

- Die Teppichwäsche

- Das Säubern des Teppichs von überschüssigem Material, wie Kett- und Schussknoten.

- Das Einfassen der Kanten

- Das Knoten der Fransen

- Die Höhe des Flors (Provenienzabhängig)

Palmetten

Florales Musterdetail 

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Palmetten sind floralartige, bis zur Abstraktion neigende Musterdetails, deren Herkunft uralt ist. Sie wirken oft ein wenig querschnittartig. Während der Kunstepoche der Safawiden (1501 bis 1722) gelangten sie zu voller Blüte. Meist erscheinen sie zusammen mit anderen Floralornamenten wie Schah-Abbas-Blüten, Arabesken und Wolkenbändern. Es wird unterschieden nach Blatt-, Fächer-, Kelch-, Kranz-, Scheiben- und Schah-Abbas-Palmetten. Wenn im Zentrum ein Tier abgebildet ist, spricht man von einer Tierpalmette. Eine Eigentümlichkeit stellen die dämonenhaften Fratzenpalmetten dar, die als Abwehr gegen den im Orient weitverbreiteten Aberglauben des Bösen Blicks gedacht sind.

(Abb.: Nain)

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

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Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

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