Contemporary Gabbeh ca. 256 x358 cm, Unikat / Einzelstück

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Merkmale
Marke: Kibek
Herkunft: Indien
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 115.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 13 mm
Der Contemporary Gabbeh ist eine moderne Variation des traditionellen persichen Gabbehs. Fein geknüpft.

Contemporary Gabbeh Unikat / Einzelstück
  • 1377208-050 U17


Gabbeh

Südpersischer Nomadenteppich

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Gabbehs sind Nomadenteppiche aus der südpersischen Provinz Fars. Die meisten dieser Teppiche werden von den Ghashgai-Nomaden geknüpft.

Die Dessins (Stil, Zeichnung) sind geometrisch. Rhomben, Rauten, seltener auch Rechtecke, große Haken und einfach gezeichnete Tiere sowie stilisierte Blumen beleben das Feld. Mustervorlagen gibt es nicht. Geknüpft werden alle Muster aus dem Kopf. So fließen immer wieder neue Ideen und Musterdetails mit ein.

Der Flor besteht aus grober dicker Wolle. 

Feinere Knüpfungen werden von den Luren geknüpft und kommen als Loribaff (übersetzt: „Lurenknüpfung“) und Risbaff (übersetzt: „Feinknüpfung“) in den Handel.

Echte persische Gabbehs und deren Feinknüpfungen sind Ausdruck für ein Lebensgefühl.

Weit verbreitet sind auch Knüpfungen aus Indien, die die klassischen Gabbeh-Motive gekonnt wiedergeben sowie aus Pakistan mit modernem Dessin (Contemporary Gabbeh).

(Abb.: Persischer Gabbeh)

Double-Knot

Single-Knot und Double-Knot, Pakistanisch für Ein- bzw. Zwei-Schuss-Ware

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Double-Knot ist ein äußerst missverständlicher Begriff: Er bezeichnet die pakistanische Zwei-Schuss-Ware und keine Zwei-Knoten-Ware, wie vom Begriff her denkbar wäre. Korrekt müsste der Double-Knot Double-Weft heißen.

Unterschieden werden n Pakistan Teppiche in Single-Knot- und Double-Knot-Technik. Bei Single-Knot Teppichen wird während des Knüpfens nach jeder Knotenreihe ein Schuss eingetragen. Man erkennt diese Stücke am weichen Griff. Bei Double-Knot Teppichen werden zwei Schüsse eingetragen, wobei der zweite Schuss stramm gezogen wird. Dadurch liegen die Kettfäden nicht mehr parallel, sondern auf zwei Ebenen. Der Teppich wird fester im Griff.

Am einfachsten lässt sich der Unterschied zwischen Double- und Single-Knot Technik von der Rückseite des Teppichs erkennen:

Ein Knoten umschlingt grundsätzlich zwei Kettfäden. Beim Single-Knot Teppich sind auf der Rückseite immer beide Knotenbögen über beiden umschlungenen Kettfäden sichtbar. Die Kettfäden laufen parallel zueinander auf einer Ebene, also "ungeschichtet". Beim Knoten zählen bedeutet das, dass zwei Knotenbögen einen Knoten entsprechen.

Beim Double-Knot liegen die Kettfäden auf zwei Ebenen, also "geschichtet", sodass nur einer der beiden Knotenbögen zu sehen ist. Ein Knotenbogen entspricht hier also auch einem Knoten.

Der pakistanische Begriff "Double-Knot" wird oft mit dem marokkanischen "double" Knoten, einem Berberknoten, der mit zweifachen Faden geknüpft wird, verwechselt. Eine weitere Verwechslungsmöglichkeit bietet der Djufti-Knoten. Dieser wird benutzt um Zeit und Material zu sparen.

(Abb.: Contemporary Gabbeh in Double-Knot Technik)

Fransen

An den Querenden des Teppichs herausragende Kettfäden 

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Technisch gesehen sind die Fransen des Teppichs nichts anderes als die Kettfäden, die an den Querenden herausragen. Die Fransen können also Aufschluss auf das verwendete Kettmaterial geben. Das kann zur Bestimmung einer Provenienz sehr hilfreich sein. Als Beispiel sei die auf den ersten Blick nicht immer einfache Unterscheidung von Nain - und Isfahan -Teppichen genannt. Da ein Großteil der Teppiche aus Isfahan auf einem Seidengrundgewebe geknüpft ist, müssen auch die Fransen aus Seide sein. In Nain wird dagegen fast immer auf Baumwolle geknüpft, die Fransen sind folglich ebenfalls aus Baumwolle.

Bei alten Teppichen, deren Fransen abgetreten sind, wird hin und wieder die Kelimkante soweit aufgelöst, dass die freigelegten Kettfäden die Fransen ersetzen.

Viele Kunden empfinden die Fransen als störend. Daher werden sie bei modern gemusterten Teppichen umgenäht oder der ganze Teppich rundum gekettelt. Auch bei Gabbeh- und einigen anderen Nomaden-Teppichen werden die Fransen traditionell umgenäht, z.T. auch nur auf einer Seite.

(Abb.: Seidenfransen eines Isfahan)

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs 

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Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.

Knüpfdichte

Qualitätskriterium für Knüpfteppiche

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Zu den Kriterien für Qualität, Feinheit und Wert eines Knüpfteppichs gehört die Knüpfdichte.

Als Knüpfdichte wird die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter angegeben. Dabei ist es wichtig, geschichtete von ungeschichteten Knüpfungen zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen geschichteter und ungeschichteter Ware besteht in der Position der Kettfäden zueinander. 

Bei einem ungeschichteten Teppich liegen die Kettfäden auf gleicher Ebene nebeneinander. Da jeder Knüpfknoten um zwei Kettfäden geschlungen wird, werden pro Knoten auf der Rückseite des Teppichs zwei nebenander liegende Bögen sichtbar. Zwei Bögen stehen also für einen Knoten. 

Bei geschichteter Ware wird ein Schussfaden locker eingetragen und ein zweiter Schussfaden fester gezogen. Dadurch liegen die Kettfäden nicht mehr parallel, sondern auf zwei Ebenen, fast vertikal übereinander. Auf der Rückseite des Teppichs ist nur ein Knotenbogen sichtbar. Jeder sichtbare Bogen steht also für einen Knoten.

Am deutlichsten sichtbar ist der Unterschied beim Betrachten von feinen Musterdetails auf der Rückseite, wie z. B. schräg laufende Linien: Bei ungeschichteten Teppichen ist in Schussrichtung immer eine gerade Anzahl von Knotenbögen sichtbar, nur bei geschichteter Ware sind ungerade Knotenbögenzahlen möglich.

Der häufigste Fehler, der bei der Bestimmung der Knüpfdichte gemacht wird, besteht darin, dass ungeschichtete Teppiche nicht als solche erkannt und jeder Knoten doppelt erfasst wird.

Um die Knüpfdichte zu ermitteln, werden in einem Quadrat die Knoten in horizontaler (Kett-) und vertikaler (Schuss-) Richtung gezählt und miteinander multipliziert. Meist wird die Knotenanzahl in einem Inch-Quadrat (Zoll-Quadrat) ermittelt und entsprechend auf den Quadratmeter hochgerechnet:

Ein Inch-Quadrat ist etwa: 2,54 cm x 2,54 cm = 6,45 cm2
Ein Quadratmeter ist: 100 cm x 100 cm = 10.000 cm2
Um den Umrechnungsfaktor von Inch in Quadratmeter zu ermitteln, teilt man die Fläche des Quadratmeters durch die Fläche eines Inch-Quadrats: 10.000 cm2 : 6,45 cm2 = 1.550
Der Umrechnungsfaktor vom Quadratinch zum Quadratmeter beträgt 1550.

Zur korrekten Bestimmung, sollte immer an mehreren Stellen des Teppichs gezählt werden, denn als echte Handarbeit gibt es innerhalb eines Stückes leichte Abweichungen.

Beispiel:
Ein Kaschmir Seidenteppich 18/18 (geschichtete Knüpfung, siehe Abbildung) hat in einem Inch-Quadrat 18 Knoten in horizontaler und 18 Knoten in vertikaler Richtung. Daraus ergibt sich eine Knüpfdichte von: 18 x 18 x 1550 = 502200 Knoten / m2

Die Knüpfdichte kann nur innerhalb einer Provenienz als Qualitätskriterium heran gezogen werden. Denn was für einen Manufakturteppich, wie z.B. einem Nain, als grobe Qualität gilt, ist für einen Nomadenteppich, z.B. einem Gabbeh, sehr fein.

Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Provenienz        grob           fein
Abadeh              150.000      200.000
Bachtiar             120.000      200.000
Beloutsch          120.000      180.000
Bidjar                 100.000      360.000
Ekbatan             200.000      300.000
Gabbeh               40.000        70.000
Ghoum              200.000      600.000
Hamedan            80.000      140.000
Isfahan              250.000      600.000
Keshan              150.000      350.000
Koliay                  80.000      170.000
Moud                180.000       350.000
Nahavand           80.000       160.000
Nain                  120.000       600.000
Sarough            180.000      250.000
Täbriz                180.000      600.000

Allgemein kann man sagen, je feiner das Knüpfgarn, desto höher kann die Knüpfdichte werden. Je höher die Knüpfdichte, desto detailreicher und feiner kann ein Teppichmuster dargestellt werden. Die Knüpfdichte ist jedoch nicht das einzige entscheidende Element um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Je nach Provenienz werden unterschiedlich dicke Knüpfgarne verwendet. So werden zum Beispiel Nomadenteppiche aus dicker handversponnener Wolle gearbeitet. Obwohl die Knüpfdichte relativ niedrig ist, kann es sich bei Nomadenteppichen um durchaus wertvolle Stücke handeln.

Die Knüpfdichte ist also nur ein Kriterium um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Es gibt zahlreiche weitere Elemente, die für den Wert eines Teppichs entscheidend sind.

Hierzu zählen:
- Die schöpferische Gestaltung des Musters und der Farben
- Die Wollqualität
- Die Qualität der Einfärbung der Wolle
- Das Wolleinsatzgewicht
- Die Gleichmäßigkeit und Exaktheit der Knüpfung
- Die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Schur
- Die Teppichwäsche
- Das Säubern des Teppichs von überschüssigem Material, wie Kett- und Schussknoten.
- Das Einfassen der Kanten
- Das Knoten der Fransen
- Die Höhe des Flors (Provenienzabhängig)

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

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Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

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