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Bouchara

ca. 201 x 309 cm, Unikat / Einzelstück

1279

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Merkmale
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Gesamthöhe: ca. 7 mm
Herkunft: Pakistan
Knoten pro m²: ca. 150.000 Knoten pro m²
Muster: Bouchara
Klassisches turkmenisches Boucharadesign. Fein geknüpft.

Bouchara Unikat / Einzelstück
  • 1049523-067 U17


Bouchara

Oasenstadt in Usbekistan 

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Die Stadt Bouchara ist ein bedeutendes Industrie- und Handelszentrum in Zentralasien. Es liegt an der Seidenstraße, die China mit Westasien verbindet. Hier werden die Turkmenenteppiche unter dem Namen Bouchara gehandelt. 

Der turkmenische Bouchara zählt zu den feinsten zentralasiatischen Teppichen. Er ist der Vorläufer aller heutigen Boucharatypen. Anhand der unterschiedlichen Primärmuster, der Güls, kann man diese Teppiche den verschiedenen Stämmen zuordnen. Das Gül der Tekke ist eins der Bekanntesten. 

Das Dessin (Musterung, Zeichnung) der Bouchara wird auch erfolgreich in Pakistan nachgeknüpft.

(Abb.: Bouchara aus Pakistan)

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs 

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Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.

Knüpfdichte

Qualitätskriterium für Knüpfteppiche

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Zu den Kriterien für Qualität, Feinheit und Wert eines Knüpfteppichs gehört die Knüpfdichte.

Als Knüpfdichte wird die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter angegeben. Dabei ist es wichtig, geschichtete von ungeschichteten Knüpfungen zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen geschichteter und ungeschichteter Ware besteht in der Position der Kettfäden zueinander. 

Bei einem ungeschichteten Teppich liegen die Kettfäden auf gleicher Ebene nebeneinander. Da jeder Knüpfknoten um zwei Kettfäden geschlungen wird, werden pro Knoten auf der Rückseite des Teppichs zwei nebenander liegende Bögen sichtbar. Zwei Bögen stehen also für einen Knoten. 

Bei geschichteter Ware wird ein Schussfaden locker eingetragen und ein zweiter Schussfaden fester gezogen. Dadurch liegen die Kettfäden nicht mehr parallel, sondern auf zwei Ebenen, fast vertikal übereinander. Auf der Rückseite des Teppichs ist nur ein Knotenbogen sichtbar. Jeder sichtbare Bogen steht also für einen Knoten.

Am deutlichsten sichtbar ist der Unterschied beim Betrachten von feinen Musterdetails auf der Rückseite, wie z. B. schräg laufende Linien: Bei ungeschichteten Teppichen ist in Schussrichtung immer eine gerade Anzahl von Knotenbögen sichtbar, nur bei geschichteter Ware sind ungerade Knotenbögenzahlen möglich.

Der häufigste Fehler, der bei der Bestimmung der Knüpfdichte gemacht wird, besteht darin, dass ungeschichtete Teppiche nicht als solche erkannt und jeder Knoten doppelt erfasst wird.

Um die Knüpfdichte zu ermitteln, werden in einem Quadrat die Knoten in horizontaler (Kett-) und vertikaler (Schuss-) Richtung gezählt und miteinander multipliziert. Meist wird die Knotenanzahl in einem Inch-Quadrat (Zoll-Quadrat) ermittelt und entsprechend auf den Quadratmeter hochgerechnet:

Ein Inch-Quadrat ist etwa: 2,54 cm x 2,54 cm = 6,45 cm2

Ein Quadratmeter ist: 100 cm x 100 cm = 10.000 cm2

Um den Umrechnungsfaktor von Inch in Quadratmeter zu ermitteln, teilt man die Fläche des Quadratmeters durch die Fläche eines Inch-Quadrats: 10.000 cm2 : 6,45 cm2 = 1.550

Der Umrechnungsfaktor vom Quadratinch zum Quadratmeter beträgt 1550.

Zur korrekten Bestimmung, sollte immer an mehreren Stellen des Teppichs gezählt werden, denn als echte Handarbeit gibt es innerhalb eines Stückes leichte Abweichungen.

Beispiel:

Ein Kaschmir Seidenteppich 18/18 (geschichtete Knüpfung, siehe Abbildung) hat in einem Inch-Quadrat 18 Knoten in horizontaler und 18 Knoten in vertikaler Richtung. Daraus ergibt sich eine Knüpfdichte von: 18 x 18 x 1550 = 502200 Knoten / m2

Die Knüpfdichte kann nur innerhalb einer Provenienz als Qualitätskriterium heran gezogen werden. Denn was für einen Manufakturteppich, wie z.B. einem Nain, als grobe Qualität gilt, ist für einen Nomadenteppich, z.B. einem Gabbeh, sehr fein.

Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Allgemein kann man sagen, je feiner das Knüpfgarn, desto höher kann die Knüpfdichte werden. Je höher die Knüpfdichte, desto detailreicher und feiner kann ein Teppichmuster dargestellt werden. Die Knüpfdichte ist jedoch nicht das einzige entscheidende Element um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Je nach Provenienz werden unterschiedlich dicke Knüpfgarne verwendet. So werden zum Beispiel Nomadenteppiche aus dicker handversponnener Wolle gearbeitet. Obwohl die Knüpfdichte relativ niedrig ist, kann es sich bei Nomadenteppichen um durchaus wertvolle Stücke handeln.

Die Knüpfdichte ist also nur ein Kriterium um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Es gibt zahlreiche weitere Elemente, die für den Wert eines Teppichs entscheidend sind.

Hierzu zählen:

- Die schöpferische Gestaltung des Musters und der Farben

- Die Wollqualität

- Die Qualität der Einfärbung der Wolle

- Das Wolleinsatzgewicht

- Die Gleichmäßigkeit und Exaktheit der Knüpfung

- Die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Schur

- Die Teppichwäsche

- Das Säubern des Teppichs von überschüssigem Material, wie Kett- und Schussknoten.

- Das Einfassen der Kanten

- Das Knoten der Fransen

- Die Höhe des Flors (Provenienzabhängig)

Neuseelandwolle

Besonders weiche, glänzende Wolle 

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Die Wolle neuseeländischer Schafe ist besonders hochwertig. Sie ist weich, leicht, glänzend und hat besonders lange Fasern (langstapelig).

In der Teppichknüpfkunst wird sie vorwiegend in Indien, Pakistan und Nepal eingesetzt.

(Abb.: Sarough, handgeknüpft in Indien, reine Neuseelandwolle)

Pakistan

Staat in Südasien

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Pakistan gehört neben Indien und Iran zu den wichtigsten Ursprungsländern für Knüpfteppiche.

Durch den „Independence Act“ vom 14. August 1947 wurde Pakistan zum selbständigen Staat erklärt, womit das Indien der Moslems vom Indien der Hindus getrennt wurde.

Pakistan

Im 11 Jhdt. wurde Lahore zu einem bedeutenden islamischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum. Hier begann zu dieser Zeit auch die Teppichherstellung des Landes. Geknüpft wurden die sogenannten Mogulteppiche.

Heute werden Teppiche nicht nur in Lahore geknüpft, sondern auch in Karachi, Peschawar und einige wenige in Multan sowie der umliegenden Provinz Punjab. 

 

Pakistanische Knüpfer passen sowohl Mustereinstellung als auch Farben ständig dem Geschmack der Zeit an. Verwendet werden nicht nur die für diese Region und vor allem für die vielen turkmenisch-stämmigen Knüpfer typischen Rottöne, sondern auch die aktuellen Farben Beige, Grün, Blau und Rosé. Vor allem werden turkmenisch inspirierte Bouchara- und Yaldar-Muster im Original und in unendlichen Abwandlungen geknüpft. Zusätzlich gibt es persisch und modern gemusterte Ware.

Persisch gemusterte Teppiche kommen heute nur noch selten nach Europa, denn persische Muster können in Indien preisgünstiger nachgeknüpft werden.

Die pakistanischen Teppiche werden in Bauernhäusern und Manufakturen hergestellt. In den Bauernhäusern wird vorwiegend nach turkmenischen Mustern (Bouchara) mit Wolle aus distrikteigener Produktion geknüpft. In den Manufakturen werden vorwiegend Importgarne verwendet. Es entstehen feinere Knüpfungen nach turkmenischen (Bouchara), kaukasischen und persischen Mustern.

Zum Einsatz kommt der asymmetrische Knoten, der ausschließlich auf einem Baumwollgrundgewebe geknüpft wird. Oft ist die Rede von Single-Knot, Double-Knot. 2-ply und 3-ply.

Bei der Bezeichnung Ply besteht ein Florfaden aus 2 oder 3 fest verzwirnten Einzelfäden. Genannt wird diese Ware 2-ply oder 3-ply. 2-ply Ware ist weicher, 3-ply Ware etwas fester im Griff.

Bei der pakistanischen Bezeichnung Single-Knot wird nach jeder Knotenreihe ein Schuss eingefügt, bei der Double-Knot Ware zwei Schüsse. Durch die zwei Schüsse bekommt der Teppich einen deutlich festeren Griff. Persisch gemusterte Teppiche aus Pakistan werden grundsätzlich in der Double-Knot Technik geknüpft, die meisten anderen als Single-Knot.

(Abb.: Punjab)

Ply

Mehrfädig 

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Das Wort Ply kommt aus dem Englischen und bedeutet (Garn-)Strähne. Werden beim Knüpfen eines Teppichs zwei Fäden in einem Knoten verarbeitet, so bezeichnet man dies als 2-ply. Werden 3 Fäden in einem Knoten verarbeitet, so wird dies als 3-ply-Knüpfung bezeichnet. Werden sogar 4 Fäden pro Knoten geknüpft, so nennt sich dies 4-ply. 2-ply Ware ist weicher im Griff als 3-ply oder sogar 4-ply.

Grundsätzlich gilt: je mehr Fäden pro Knoten verknüpft werden, desto dichter und fester wird der Flor des Teppichs bei gleicher Knotenzahl. 

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

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Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

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