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| Marke: | Kibek-Echt-Orient |
| Herkunft: | Pakistan |
| Flormaterial: | 100 % Schurwolle |
| Verarbeitung: | handgeknüpft |
| Knoten pro m²: | ca. 360.000 Knoten pro m² |
| Gesamthöhe: | ca. 9 mm |
| Grundgewebe: | Baumwolle |
| Muster: | Feldermuster, Bidmandjnun |
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- Artikel-Nr.: 100174682-072 U17
Lahore
Bedeutender Teppichumschlagsplatz in Pakistan

Der wichtigste Umschlagplatz für den internationalen Teppichhandel in Pakistan ist Lahore. Doch nicht nur pakistanische Ware, auch Teppiche, die in Afghanistan geknüpft wurden, werden hier gehandelt. Neben den bekannten Bouchara-gemusterten Teppichen finden vor allem Zieglerteppiche in Lahore ihre Abnehmer.
Lahore ist mit ca. 11 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Pakistans. Sie liegt im Nordosten des Landes, dicht an der Grenze zu Indien. Lahore ist eine Industrie-, Handels- und Universitätsstadt. Die Hochburg der pakistanischen Filmindustrie ist in Lahore.
(Abb.: Lahore)
Bidmadjnun
Musterdetail, eine Trauerweide darstellend

Ein weitverbreitetes Musterdetail in Orientteppichen. Wörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie „verrückte Weide“. Es zeigt deutlich erkennbar die hängenden Zweige der Trauerweide und taucht regelmäßig als Musterdetail auf in den sog. Garten-Teppichen wie Bachtiar, Moud, Sarough und anderen.
(Abb.: Birdjand)
Feldermuster
Mittelfeldmusterung mit Gartenmotiven

Teppiche mit Feldermuster, in Persien Ghab-ghabi (Rahmen im Rahmen) genannt, werden im Deutschen auch als Gartenteppiche bezeichnet. Der Grund: Das Muster erinnert an einen üppig bewachsenen Garten mit geometrisch gegliederten, einzeln eingefassten Beeten.
Diese Assoziation scheint zulässig: Weite Teile Persiens und viele andere Regionen des Mittleren und Nahen Ostens sind wüsten- oder steppenartige Trockengebiete, in denen vielfach so genannter Irrigations-Gartenbau betrieben wird. Dabei wird Wasser durch kleine Bewässerungskanäle zu den Beeten geführt. Das Feldermuster gibt dieses Bewässerungssystem stark vereinfacht wieder.
Aufgrund der Trockenheit in diesen Regionen stellen zudem blühende und grünende Gärten eine Besonderheit dar. Dementsprechend geht das Feldermuster wohl auf den Wunsch zurück, sich ein wenig Garten und damit ein kleines Paradies ins Haus zu holen. Im Koran kommt der Begriff Garten als irdisches Gegenstück zum Paradies - übrigens ein Wort altpersischen Ursprungs - sehr häufig vor.
Das Feldermuster wird häufig in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Bachtiar, Ghoum, Moud oder in Kaschmir-Seidenteppichen verwendet, seltener auch beim Täbriz, Mesched und Sarough. Die einzelnen Kassetten zeigen zwar meist unterschiedliche Motive, folgen jedoch einer streng symmetrischen Anordnung, oft in quadratischer, manchmal in rechteckiger oder rhombischer Form.
Die Ursprünge des Feldermusters reichen bis weit in die Antike zurück. Bereits der Pazyryk-Teppich wurde schon mit quadratischen Feldern gestaltet. Im Palast Taq-e-Kisra am Königssitz Ketesiphon im heutigen Nordirak lag einst ein Gartenteppich in den gewaltigen Abmessungen von 150 x 30 Metern. Das mit Preziosen besetzte und von Edelmetallen durchwirkte Prachtstück, das wahrscheinlich ein Wirkteppich gewesen ist und in den Wirren der Geschichte verloren ging, nennt der Volksmund zu Ehren des Prunk liebenden Sassanidenkönigs Chosrau II. (590 bis 628 n. Chr.) noch heute „Frühling von Chosrau“. Im Museum für Islamische Kunst in Berlin befindet sich ein berühmter Gartenteppich aus dem 18. Jahrhundert, der die Beete aus der Vogelperspektive zeigt. In seinen Bewässerungsgräben ist das Leben spendende Wasser mit blauen Wellen dargestellt, in dem sogar Fische schwimmen.
(Abb.: Mood)