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Schiraz

ca. 164 x 253 cm, Unikat / Einzelstück, rot - beige

948

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Merkmale
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Besonderheiten: rechteckig
Verarbeitung: handgeknüpft
Gesamthöhe: ca. 7 mm
Herkunft: Persien (Iran)
Knoten pro m²: ca. 40.000 Knoten pro m²
Muster: Raute
Die Großstadt Shiraz ist der Haupthandelsplatz für Nomadenteppiche aus der Provinz Fars in Süd-Persien.

Schiraz Unikat / Einzelstück
  • 1380022-050 U17


Abrasch

Fachausdruck für orientteppichspezifische Farbsprünge

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Abraschen sind Hell-Dunkel-Farbschattierungen, also gering bis deutlich abweichenden Farbtonänderungen des Florgarns, die in Orientteppichen immer quer zur Längsrichtung verlaufen. Auf Deutsch werden sie auch Farbsprung genannt.

Das Wort Abrasch bedeutet im Türkischen so viel wie scheckig, Schattierung. Sie fallen besonders auf flächigen Farbbereichen auf und sind ein Phänomen, das in Orientteppichen recht häufig anzutreffen ist. Demzufolge gelten sie als orienttypische Eigenart.

Insbesondere bei Nomaden- und Bauernteppichen gehören sie quasi dazu, werden zumindest - je nach Standpunkt des Interessenten - toleriert oder sind sogar erwünscht. Hochfeine Manufakturteppiche sollten jedoch frei von Abraschen sein.

Die Ursachen von Abraschen sind vielfältig: Beim Einfärben per Hand weichen die Farbstoffmengen gegenüber der nächstfolgenden Färbecharge geringfügig ab und verändern so den Farbton.

Auch unterschiedliche Naturwollfarben, die von Beige über Braun bis Schwarz reichen, können die Ursache sein, denn die Farben decken darauf anders. Ausschlaggebend sind ferner die unterschiedlichen Temperaturen der Farbflotte, differierende Konsistenz des Farbstoffs - insbesondere bei Naturfarbstoffen -, intensiveres oder kürzeres Kochen, Sonnentrocknung des Färbegutes, verschiedenartige Beizen zum Aufschließen des Keratins (Protein der Wolle), Restfettgehalt der Wolle, Mineralgehalt und ph-Wert des Wassers, Farbreaktionen bei einer Veredelungswäsche, usw.

Abraschen sind ein so spezifisches, teils auch Muster belebendes Orientteppichmerkmal, dass sie in industriell gefertigten Teppichen sogar als produktspezifisches Schmuckelement nachgeahmt werden.

(Abb.: Persischer Gabbeh)

Heibathlou

häufiges Dessin im Abadeh und Gashghai 

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Das signifikante, geometrisch gestaltete Heibathlou-Dessin, das den Gesamtteppich beinhaltet, wird fälschlicherweise oft Keithbathlou genannt. Es hat seinen Ursprung wohl in den Knüpfungen der Gashghai-Nomaden Südpersiens, ist aber auch häufig in den Teppichen der Afscharis und manchmal, allerdings stark abgewandelt, auch in denen der benachbarten Luren anzutreffen. Bekannt und verbreitet wurde es jedoch durch die Provenienz Abadeh, von deren drei Basisdessins das Heibathlou um die siebzig Prozent abdeckt. Mit ihm werden Brückenformate, Läufer und Teppiche bis maximal sieben Quadratmeter Größe gestaltet.

Das eigenwillige Heibathlou-Dessin ist sehr einprägsam und hält seit Jahrzehnten an seinem Stil und seiner althergebrachten Aufteilung fest: Ein zentrales, meist rhombenförmiges Mittelmedaillon wird grundsätzlich begleitet von vier rosettenartigen Eckmotiven. Dieses Eckmotiv schmückt manchmal auch das Innere des Medaillons. Ebenfalls typisch ist die Gestaltung des Mittelfeldes, das von Haupt-, Neben- und Mitläuferbordüren umrahmt wird. Das Innenfeld wird immer geschmückt von kleinen, oft stark geometrisierten Ornamenten animalischer oder pflanzlicher Herkunft. Vielfach ist zu beobachten, dass die Längssymmetrie missachtet wird und abgebildete Tiere über die Gesamtlänge des Dessins sämtlich mit den Füßen in eine Richtung weisen, meist zum Knüpfbeginn. 

(Abb.: Abadeh)

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs 

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Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.

Knüpfdichte

Qualitätskriterium für Knüpfteppiche

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Zu den Kriterien für Qualität, Feinheit und Wert eines Knüpfteppichs gehört die Knüpfdichte.

Als Knüpfdichte wird die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter angegeben. Dabei ist es wichtig, geschichtete von ungeschichteten Knüpfungen zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen geschichteter und ungeschichteter Ware besteht in der Position der Kettfäden zueinander. 

Bei einem ungeschichteten Teppich liegen die Kettfäden auf gleicher Ebene nebeneinander. Da jeder Knüpfknoten um zwei Kettfäden geschlungen wird, werden pro Knoten auf der Rückseite des Teppichs zwei nebenander liegende Bögen sichtbar. Zwei Bögen stehen also für einen Knoten. 

Bei geschichteter Ware wird ein Schussfaden locker eingetragen und ein zweiter Schussfaden fester gezogen. Dadurch liegen die Kettfäden nicht mehr parallel, sondern auf zwei Ebenen, fast vertikal übereinander. Auf der Rückseite des Teppichs ist nur ein Knotenbogen sichtbar. Jeder sichtbare Bogen steht also für einen Knoten.

Am deutlichsten sichtbar ist der Unterschied beim Betrachten von feinen Musterdetails auf der Rückseite, wie z. B. schräg laufende Linien: Bei ungeschichteten Teppichen ist in Schussrichtung immer eine gerade Anzahl von Knotenbögen sichtbar, nur bei geschichteter Ware sind ungerade Knotenbögenzahlen möglich.

Der häufigste Fehler, der bei der Bestimmung der Knüpfdichte gemacht wird, besteht darin, dass ungeschichtete Teppiche nicht als solche erkannt und jeder Knoten doppelt erfasst wird.

Um die Knüpfdichte zu ermitteln, werden in einem Quadrat die Knoten in horizontaler (Kett-) und vertikaler (Schuss-) Richtung gezählt und miteinander multipliziert. Meist wird die Knotenanzahl in einem Inch-Quadrat (Zoll-Quadrat) ermittelt und entsprechend auf den Quadratmeter hochgerechnet:

Ein Inch-Quadrat ist etwa: 2,54 cm x 2,54 cm = 6,45 cm2

Ein Quadratmeter ist: 100 cm x 100 cm = 10.000 cm2

Um den Umrechnungsfaktor von Inch in Quadratmeter zu ermitteln, teilt man die Fläche des Quadratmeters durch die Fläche eines Inch-Quadrats: 10.000 cm2 : 6,45 cm2 = 1.550

Der Umrechnungsfaktor vom Quadratinch zum Quadratmeter beträgt 1550.

Zur korrekten Bestimmung, sollte immer an mehreren Stellen des Teppichs gezählt werden, denn als echte Handarbeit gibt es innerhalb eines Stückes leichte Abweichungen.

Beispiel:

Ein Kaschmir Seidenteppich 18/18 (geschichtete Knüpfung, siehe Abbildung) hat in einem Inch-Quadrat 18 Knoten in horizontaler und 18 Knoten in vertikaler Richtung. Daraus ergibt sich eine Knüpfdichte von: 18 x 18 x 1550 = 502200 Knoten / m2

Die Knüpfdichte kann nur innerhalb einer Provenienz als Qualitätskriterium heran gezogen werden. Denn was für einen Manufakturteppich, wie z.B. einem Nain, als grobe Qualität gilt, ist für einen Nomadenteppich, z.B. einem Gabbeh, sehr fein.

Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Allgemein kann man sagen, je feiner das Knüpfgarn, desto höher kann die Knüpfdichte werden. Je höher die Knüpfdichte, desto detailreicher und feiner kann ein Teppichmuster dargestellt werden. Die Knüpfdichte ist jedoch nicht das einzige entscheidende Element um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Je nach Provenienz werden unterschiedlich dicke Knüpfgarne verwendet. So werden zum Beispiel Nomadenteppiche aus dicker handversponnener Wolle gearbeitet. Obwohl die Knüpfdichte relativ niedrig ist, kann es sich bei Nomadenteppichen um durchaus wertvolle Stücke handeln.

Die Knüpfdichte ist also nur ein Kriterium um die Qualität eines Knüpfteppichs zu bestimmen. Es gibt zahlreiche weitere Elemente, die für den Wert eines Teppichs entscheidend sind.

Hierzu zählen:

- Die schöpferische Gestaltung des Musters und der Farben

- Die Wollqualität

- Die Qualität der Einfärbung der Wolle

- Das Wolleinsatzgewicht

- Die Gleichmäßigkeit und Exaktheit der Knüpfung

- Die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Schur

- Die Teppichwäsche

- Das Säubern des Teppichs von überschüssigem Material, wie Kett- und Schussknoten.

- Das Einfassen der Kanten

- Das Knoten der Fransen

- Die Höhe des Flors (Provenienzabhängig)

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

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Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

Schiraz

Südiranische Teppichprovenienz 

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Die Stadt Shiraz liegt am südlichen Ausläufer des Zagros-Gebirges und ist Hauptstadt der Provinz Fars.

Shiraz weist eine große Teppichtradition auf. Bereits im 9.Jhdt. sollen hier und in der Umgebung Teppiche geknüpft worden sein. Heute ist Shiraz hauptsächlich ein Umschlagsplatz für Teppiche aus der Umgebung. Die bekanntesten Teppich-Dörfer sind Bassiri, Bilverdi, Djarussa, Faroq, Fassa, Firuzabad, Kafretj und Seydan. Mehrere teppichknüpfende Stämme bevölkern die Umgebung von Shiraz. Die wichtigsten sind: die Gashgai, die Kashghuli, die Khamsen, die Shuli, die Bebahani und viele Unterstämme.

(Abb.: Shiraz)

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