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Geneve

ca. 240 x 300 cm, Unikat / Einzelstück

1479

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Merkmale
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Marke: Kibek
Besonderheiten: rechteckig
Herkunft: Indien
Verarbeitung: handgeknüpft

Geneve Unikat / Einzelstück
  • 900098886-050 U17


Filamentendlosgarn

korrekte Materialbezeichnung für Viskose

filamentendlosgarn_anchala

Joseph Wilson Swan, der gemeinsam mit Thomas Alwar Edison auf der Suche nach einem geeigneten Glühfaden für Glühbirnen war, erfand dabei 1883 eine Faser, die er „artifical silk“ nannte. Da er die Entwicklung des Glühfadens nicht weiter verfolgte, wurde seine Erfindung endgültig in Frankreich in eine Textilfaser umgesetzt. Louis Marie Hilaire, Compte de Chardonnet, startete 1890 die erste, industrielle Chemiefaserproduktion in der südostfranzösischen Stadt Besançon als so genanntes Viskoseverfahren. Wegen ihres strahlenden Glanzes nannte Swan seine Faser Reyon (Franz.: Strahl), eine immer noch übliche Bezeichnung. 

Das Filamentendlosgarn wird grundsätzlich aus dem Naturprodukt Zellulose gewonnen, also aus dem Rohstoff Holz. In dem recht aufwändigen Industrieverfahren wird die reine, breiige Zellulose zu einem durchgehenden Textilgarn gezogen. Hierauf beruht die Bezeichnung Filamentendlosgarn. 

In Indien wird die Zellulosemasse aus Bambus gewonnen. Durch den seidigen Glanz des gewonnenen Garns wird es "Bamboo Silk" (Bambus Seide) genannt.

Die im Umgangssprachgebrauch üblicherweise verwendete Bezeichnung „Kunstseide“ ist nach dem Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) nicht statthaft. Die Bezeichnungen Acetatseide, Viscose oder Reyon sind weit verbreitet und auch geläufig, werden aber nicht immer toleriert.

(Abb.: Anchala)

Kette

Längsfaden im Grundgewebe des Teppichs 

ketteschuss_1

Die Kette oder Kettfäden bildet zusammen mit den Schussfäden das Grundgewebe eines jeden gewebten oder geknüpften Teppichs. Die Kette verläuft in Laufrichtung des Gewebes. Im rechten Winkel dazu werden die Schussfäden eingebracht. Die Fransen des fertig geknüpften oder gewebten Stücks sind die sichtbaren Enden der Kette. Je nach Ursprung des Teppichs können die Kettfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am meisten verbreitet ist dabei Wolle (beispielsweise in Nomadenteppichen) und Baumwolle, die gern in Teppichmanufakturen verwendet wird. Besonders feine Knüpfungen werden auch auf einem Seidengrundgewebe hergestellt.

Schuss

Querfäden im Teppichgrundgewebe 

ketteschuss_1

Ein Gewebe besteht grundsätzlich aus zwei sich kreuzenden Fäden, den Kettgarnen in Längsrichtung und den Schussgarnen in Querrichtung. Bei einem Knüpfteppich kreuzen sich beide immer im Winkel von 90°. Nach jeweils einer Reihe Knoten werden ein bis zwei oder auch mehrere Schüsse quer eingetragen und fest angeschlagen, sodass im Laufe der Fertigung als tragendes Fundament ein Grundgewebe entsteht. 

Bei Orientteppichen unterscheidet man zwischen Ein- und Zwei- oder Mehrschussware. Bei Mehrschussknüpfungen werden mindestens 

2 Schüsse nach jeder Knotenreihe eingetragen.

Uthar Pradesh

Indische Provinz mit großer Teppichproduktion 

utarpradesch_mirzapurherati

In Indien wurden die ersten Teppiche im 16. Jahrhundert unter persischem Einfluss am Hof der Mogul-Kaiser geknüpft. Während der britischen Kolonialzeit nahm die Knüpfindustrie gewaltigen Aufschwung.

Die produktivste Knüpfregion Indiens ist die Region um Bhadohi / Varanasi in der nördlichen Provinz Uthar Pradesh.

Die Dessinierung (Musterung, Zeichnung) der Teppiche ist überwiegend persisch beeinflusst, wird aber stark an die Nachfrage westlicher Märkte angepasst. Gehobene und mittlere Qualitäten werden mit Importgarnen geknüpft. Hauptwolllieferant ist Neuseeland. 

Bei der Einteilung der Knotendichten ist der Einfluss der ehemaligen britischen Fremdherrschaft immer noch spürbar: Die sehr unterschiedlichen Qualitäten basieren nach wie vor auf englischen Maßen. Ein Teppich mit einer Knüpfdichte von 10/20 hat auf einem Quadratzoll 10 x 20 Knoten, entspricht also gut 300.000 Knoten pro Quadratmeter.

(Abb.: Mirzapur Herati)

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