Hamadan ca. 100 x 140 cm, Unikat / Einzelstück

  129

inkl. MwSt., versandkostenfreie Lieferung

Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Persien (Iran)
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 145.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 6 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Mahi, Medaillon, Barbierstangen
Die Gegend um Hamadan ist die produktivste Teppichknüpfregion Persiens und sehr vielseitig in der Musterung.

Lieferung in 8-10 Werktagen

Hamadan Unikat / Einzelstück
  • 900231863-050 U17


Hamadan

Nordwestiranische Teppichprovenienz 

hamedan_hamedan

Hamadan ist eine Stadt im Nordwesten des Iran. Die Gegend um Hamadan ist die produktivste Teppichknüpfregion des Landes und sehr vielseitig in der Musterung. Stadtknüpfungen weisen ein eigenes Dessin auf während in den Dörfern um Hamadan noch die ursprünglichen Dorfteppiche geknüpft werden. Zu den Unterprovenienzen gehören Asadabad, Mehrbaran, Khamseh, Derganzine, Zarand, Saveh, Maslaghan, Tafresh, Bibikibad, Enjelas, Bordjalou, Hosseinabad, Nahavand, Tuiserkan, Azyndariyan, Djozan, Dorojasin, Mousel, Chenar.Darjazin, Tadjabad und Zagheh.

Die Dessins sind sehr vielfältig. Meistens sind sie einfach geometrisch oder floral. Verbreitet sind auch Herati gemusterte Innenfelder. In den Bordüren wiederholen sich die Musterdetails zwar in der gleichen Form, nicht aber in den gleichen Farben.

Geknüft werden meist Brücken- und Läufergrößen mit dem Türkischen Knoten. Typisch für die Hamadan-Teppiche ist, dass sie einschüssig geknüpft werden: nach jeder Knotenreihe wird ein Schussfaden eingetragen. Normalerweise werden persische Teppiche zwei- oder dreischüssig geknüft.

(Abb.: Hamadan)

Herati

Mahi, Mahi-to-Hos, Fischdesign - verbreitetes Musterelement: "Fische im Teich"

herati_bidjar

Das Herati- oder Fisch-Dessin (Musterung, Zeichnung) ist ein typisches Rapportmuster, das sich seit langem und durchgängig großer Beliebtheit erfreut. Das „i“ am Ende ist der Präposition „von“ gleichzusetzen, also „von Herat (stammend)“. 

Die heute in West-Afghanistan liegenden Stadt Herat wurde 328 v. Chr. als Alexandria Areion von Alexander dem Großen gegründet. Unter Shah Rukh (1405-1447), einem Sohn Tamerlans (Timur Leng), war es kurze Zeit Reichshauptstadt der Timuriden-Dynastie. 

Bis in die 1920er Jahre wurden in Herat hochwertige Teppiche in persischen Mustern geknüpft – viele nach wie vor mit dem dort beheimateten Dessin. Heute ist die inzwischen zu Afghanistan gehörenden Stadt Herat Hauptumschlagsplatz für die west-afghanischen Herat-Belutsch.

Der lokale Ursprung dieses Musters ist sehr gut möglich, denn nach der von Nadir-Shah (1688-1747) befohlenen Umsiedlung großer Bevölkerungsteile vom heutigen West-Afghanistan nach West-Persien, taucht es vermehrt dort auf. 

Das wohl schon uralte Musterensemble setzt sich aus mehreren, interpretierbaren Einzelteilen zusammen. 

Dargestellt sind ein auf die Spitze gestellter Rhombus mit einer im Zentrum aufgehängten Blüte - wohl eine Margerite darstellend, möglicherweise aber auch die Erde als Zentrum allen Seins in diesem Quadrat symbolisierend. An den oberen und unteren Spitzen sitzen stilisierte Lotosblüten auf, ein Hinweis auf die Verbindung nach China. Die seitlichen Spitzen laufen aus in Päonien. Diese, auch Bauernrose genannte Blüte, nimmt in China den Platz der Königin der Blumen ein und gelangte über die Seidenstraße nach Westen. 

Alle vier Seiten des Ensembles werden von halbmondförmigen, lanzettartigen Blättern flankiert, die auch als Fische (Pers. Mahi) gedeutet werden, daher die persische Bezeichnung Mahi-to-hos, zu Deutsch “Fische im Teich“.

Die sehr bildliche Benennung geht davon aus, dass das Teppichinnenfeld einem Teich gleichzusetzen ist. Als Begriffsbestimmung klingt diese Auffassung auch in Europa an, wo man die Teppichumrandung als Bordüre bezeichnet, ein Wort aus dem Französischen, das Uferrand bedeuten kann.

Der immense Mengen Eier produzierende Fisch war in vielen altorientalischen Naturreligionen ein Symbol für Fruchtbarkeit und fand auf diese Weise Eingang in die von je her religiös geprägte Kunst. Es könnte aber auch ein altiranischer Mythos zu Grunde liegen, nach dem zwei gigantische Wale die Erdscheibe in Rotation halten.

Das Herati-/Fisch-Muster/Mahi-to-hos sicher das derzeit verbreitetste Dessin in persischen Teppichen. Man findet es Innenflächen deckend - allover mit oder ohne Medaillon - vorwiegend in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Ardebil, Bidjar, Birdjend, Ghiassabad, Ferahan, Khoy, Marand, Moud, Sarab-Madjajechi, Sarough, Senneh/Sanandadj und Täbriz. Doch es taucht auch auf in den süd-persischen Teppichen des Fars-Gebietes, im Hamadan-Gebiet, sowie im Kaukasus und ist als Begleitmuster in fast allen Provenienzen iranweit vertreten. Außerdem wird es in Indien und China nachgeknüpft. In türkischen Knüpfungen ist es jedoch kaum vertreten. 

(Abb.: Bidjar)

Barbierstangen

europäisierte Bezeichnung für ein bestimmtes Orientmusterdetail 

barbierstangen_beloutsch_1

Das Barbierstangenmuster ist ein beliebtes Orientteppichmotiv, das überwiegend in kaukasischen Knüpfungen vorkommt, beispielsweise in der Provenienz Gendje, vornehmlich des 19. Jhdt. Es besteht aus parallel verlaufenden, mehrfarbigen Diagonalstreifen, die grundsätzlich von oben rechts nach unten links verlaufen und das gesamte Mittelfeld ausfüllen. Man trifft es aber auch an in heutigen Provenienzen Süd-Aserbeidjans, wie beispielsweise im Meschghin und Ardebil sowie in kurdischen Knüpfungen und in solchen des Farsgebietes, wo es zuweilen die Bordüren ziert.

Wir haben es hier mit einer der Seltsamsten, aber auch am meisten einleuchtenden Muster-Bezeichnungen zu tun. Der Name hat überhaupt nichts mit den ursprünglichen, heute unbekannten Symbolgehalten zu tun. Er geht vielmehr zurück auf die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt einsetzende Handelstätigkeit und den damit einhergehenden sprachlichen Einfluss Westeuropas. Als nämlich englische Einkäufer dieses stilistisch klar und einfach gegliederte Innenfeldmuster zu sehen bekamen, erinnerte sie das Motiv diagonal und parallel nebeneinander gesetzter, schmaler Streifen sofort an das im heimatlichen England übliche Zunftzeichen der dortigen Barbiere. Sie nannten es fortan barberhinge-design, zu Deutsch: Barbierstangenmuster. Dort hängt noch heute vor vielen Frisiersalons ein rechteckiges Schild mit eben solchen Diagonalstreifen. Als die Einkäufer ständig anmerkten, dass in ihrer Heimat ein ähnliches Motiv von den britischen Barbieren geführt wird, übernahmen die Basaris im Orient diese Bezeichnung zur Mustererläuterung, sodass sich dafür schon bald die Bezeichnung barberhinges einbürgerte - und bis heute so blieb.

Die Bedeutung und Herkunft dieses Musters ist bisher nicht bekannt. Verschiedene Deutungsversuche wurden versucht. Sie sind aber teilweise so abenteuerlich, dass sie ihrer Verbreitung im Wege stehen.

(Abb.: Beloutsch)

Medaillon

Primärornament im Teppich 

medaillon_kashmar

Das Medaillon ist eine vielfach in Orientteppichen vorkommende Musterform im Mittelfeld. Die Formen selbst sind überaus verschieden, es gibt zum Beispiel Rauten-, Rosetten und Oval-Medaillons.

(Abb.: Kaschmar)

100 Tage Rückgaberecht

Zusätzlich zum gesetzlichen Widerrufsrecht bieten wir Ihnen unser 100-Tage-Rückgaberecht. Die Rücksendung Ihrer Ware ist unabhängig vom Warenwert kostenlos. Nähere Informationen zu unserem 100-Tage-Rückgaberecht und zum gesetzlichen Widerrufsrecht finden Sie hier:
Sonderanfertigungen und nach Ihren Vorgaben zugeschnittene Artikel (z.B: Läufer/Rollenware und Teppichboden) sind vom 100-Tage-Rückgaberecht ausgeschlossen. Das gesetzliche Widerrufsrecht wird durch das 100-Tage-Rückgaberecht nicht eingeschränkt.
Bewertungen lesen, schreiben und diskutieren... mehr