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Senneh Ghadimi ca. 90 x 385 cm, Unikat / Einzelstück

  ab 479

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Persien (Iran)
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 240.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 10 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Gol-Farangh, Raute, Kafzadeh
Dieser schöne Senneh ist ca. 45 Jahre alt.
Die frühere Stadt Senneh heißt heute Sanandaj. Hier werden vorwiegend traditionelle Muster geknüpft.

Senneh Ghadimi Unikat / Einzelstück
  • 900231972-050 U17


Senneh

Westpersische Teppichprovenienz

Senneh_PersischerSennehKelim

Ein Provenienzname steht nicht unbedingt für einen Herstellungsort: Viele Bezeichnungen dokumentieren den Ort, an dem die Teppiche das erste Mal auf den Markt kommen, also quasi den Teppichsammelplatz. Dies gilt auch für die Provenienz (Ursprung, Herkunft) Senneh.

Die Stadt Senneh heißt heute Sanandadj und ist Mittelpunkt der westpersischen Provinz Kurdistan. Daher findet man neuerdings auch die Bezeichnung Sanandadj für die dortigen Teppiche. Die Senneh-Teppiche sind den kurdischen Knüpfungen zuzuordnen. 

In dieser Provenienz sind zwei grundverschiedene Knüpf- und Gestaltungstypen zu unterscheiden:

1. Die klassischen Senneh-Teppiche haben nur einen Schuss, so dass sie von der Rückseite leicht zu identifizieren sind. Je feiner sie geknüpft sind, desto flacher wird der Flor geschoren. Von jeher waren und sind diese Senneh-Teppiche hoch angesehene Knüpfungen, was auch von den besonders feinfädigen Kelimarbeiten dieser Provenienz zu sagen ist.

2. Von denselben Knüpfstühlen kommen heute allerdings anders geartete Sanandaj-Knüfungen auf den Markt. Sie sind meist geometrisch gemustert und zeigen oftmals das Herati-Muster im Rapport. Bei solider, hervorragender Qualität sind sie viel massiver und im Gegensatz zu der klassischen Knüpfung sehr hochflorig.

(Abb.: Persischer Senneh Kelim)

Gol-Farangh

Orientalisches Blütenmuster

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Das Gol-Farangh-Muster zeigt sehr gegenständlich dargestellte Blüten oder auch Blütenbouquets, die wahrscheinlich Rosen wiedergeben sollen. Dem Dessin ist sein europäischer Ursprung anzusehen; das Muster taucht noch heute in den Gobelin- und Tapisseriearbeiten Aubussons und Flanderns auf. Seine orientalischen Blütenverwandten hingegen erscheinen sehr viel abstrahierter

Faranghi ist die altorientalische Bezeichnung für Europäer. Mit Farangh verbindet sich in Persien vieles aus dem Abendland, nicht nur das Blütenmuster Gol Farangh. Beispielsweise heißen Erdbeeren auf Persisch tut-faranghi.

Das Gol-Farangh-Dessin geht wahrscheinlich auf die Ära des Rokoko zurück. In jener Zeit fand ein reger Kulturaustausch zwischen Orient und Okzident statt. Europäische Dessinelemente fanden Eingang in orientalische Knüpfarbeiten, die wieder ihren Weg ins Abendland fanden. Orientalische Pracht war an europäischen Höfen durchaus beliebt. Andererseits imitierte man auch im Orient verschiedene Strömungen des Abendlandes. 

Das relativ weitverbreitete Gol-Farangh-Muster findet man in kurdischen Knüpfungen wie Bidjar, Senneh, Saudjboulagh, Garrus, Kermanschah und im türkischen Fethiyeh, alten Herekes, Kayserei und Kirschehir , aber auch im Sarough, Ferahan, Mesched und – allerdings relativ selten – im Isfahan, Ghoum und Teheran.

(Abb.: Bidjar)

Kafzadeh

Musterfreifläche, sog. Spiegel im Keshan-Teppich 

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Sobald der Fond als nicht gemusterte, unifarbene Freifläche gestaltet ist, spricht man im Deutschen von einem Spiegel oder auch von einem Uni-Fond. Mit dem entsprechenden Provenienzzusatz (Ursprung, Herkunft), also beispielsweise von einem Spiegel-Keschan, usw.

Diese besondere Musterung wird in Persien - vornehmlich bei Keshan- und Kerman-Knüpfungen - Kafzadeh genannt, ist jedoch im Begriff, sich auch auf andere Provenienzen (Ursprung, Herkunft) auszudehnen

(Abb.: Keshan Semi-Antik)

Raute

Musterdetail historischen Ursprungs

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Die Raute ist ein auf der Spitze stehender Rhombus, dessen vier gleiche Seiten im Orientteppich gezackt, abgesteppt oder mit Haken besetzt sein können. Mit dem Quadrat gehört die Raute zu den ältesten Grundformen im Orientteppich. Sie bildet die Grundlage für alle Rapportmuster.

Die Raute hat in der islamischen Welt zudem einen symbolischen Wert. Sie versinnbildlich die Unsterblichkeit der Seele. Dementsprechend ist sie sehr häufig als Füllmotiv anzutreffen.

Ausgesprochene Rautenmuster oder von der Raute abgewandelte Muster weisen die Yomut-Teppiche der Turkmenen auf. Durchlaufende Rautenmuster realisieren auch die Luren- und Bachtiari-Knüpfer, welche das Dessin dann "Keshti" nennen.

(Abb.: Yalameh)

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