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Lori ca. 128 x 190 cm, Unikat / Einzelstück

  ab 199

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Persien (Iran)
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 75.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 10 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Raute, Boteh, Barbierstangen
Das Nomadenvolk der Luren knüpft geometrische Muster in dunklen Rot- und Blautönen.

Lori Unikat / Einzelstück
  • 900251306-074 U17


Lori

Volksstamm in Südwest-Persien 

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Die Luren oder Lori (in Persien wird das R stärker betont wie: Lorri) sind ein indoiranisches, einen altpersischen Dialekt sprechendes Nomadenvolk, das seit Jahrtausenden in einer auch heute noch recht isoliert gelegenen Bergregion Südwest-Persiens siedelt und wandert. Sie selbst führen ihre Abkunft auf das antike Volk der Meder zurück, das einst von Kyros dem Großen (559-529 v.Chr.) zusammen mit dem Stamm der Perser zu einem staatstragenden Gesamtvolk vereint wurde. Stammesgeschichtlich und ethnisch sind die Luren mit den Bachtiaren verwandt. Letztere werden deshalb auch als Groß-Luren bezeichnet. Die seit dem Altertum bekannte, künstlerische Ausdruckskraft der Luren ist dokumentiert durch die bei archäologischen Ausgrabungen aufgefundenen Luristan-Bronzen, vorwiegend abstrahierte, auch unserem Zeitgeschmack gefällige Tiermotive, die vor weit über zweitausendfünfhundert Jahren in eben dieser Region gegossen wurden.

Die geometrischen, in dunklen Rot- und Blautönen gehaltenen, äußerst charakteristischen und vielfach noch wenig beeinflusst von Exporttendenzen erscheinenden Teppiche der Luren werden auch Kuhi (Persisch: vom Berg) genannt. Diese Bezeichnung weist darauf hin, dass das heute überwiegend sesshafte Nomadenvolk seine Herden auch in höheren Gebirgsregionen weidet. Bezogen auf europäische Verhältnisse entspricht ihre Viehzucht in etwa der bei uns üblichen Almwirtschaft. 

Eine große Anzahl der „modernen“ Gabbehs wird von Luren geknüpft. Die als Loribaff (frei übersetzt: Luren-Knüpfung) bezeichneten, weiter entwickelten Knüpfteppiche stammen allerdings nur in geringem Umfang von ihnen, denn sie werden hauptsächlich von den Gashgais gefertigt. Diese Teppiche kommen auch als Risbaff (etwa: Feinknüpfung) oder Kaschghulibaff in den Handel.

(Abb.: Lori)

Raute

Musterdetail historischen Ursprungs

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Die Raute ist ein auf der Spitze stehender Rhombus, dessen vier gleiche Seiten im Orientteppich gezackt, abgesteppt oder mit Haken besetzt sein können. Mit dem Quadrat gehört die Raute zu den ältesten Grundformen im Orientteppich. Sie bildet die Grundlage für alle Rapportmuster.

Die Raute hat in der islamischen Welt zudem einen symbolischen Wert. Sie versinnbildlich die Unsterblichkeit der Seele. Dementsprechend ist sie sehr häufig als Füllmotiv anzutreffen.

Ausgesprochene Rautenmuster oder von der Raute abgewandelte Muster weisen die Yomut-Teppiche der Turkmenen auf. Durchlaufende Rautenmuster realisieren auch die Luren- und Bachtiari-Knüpfer, welche das Dessin dann "Keshti" nennen.

(Abb.: Yalameh)

Boteh

Orientalische Musterbezeichnung für das Paisly-Muster 

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Das Boteh ist ein geläufiges, orientalisches Musterdetail, das auch als Mir-i-Boteh bekannt ist und in Europa Paisly- oder Kaschmirmuster genannt wird. Die Form des Boteh ähnelt einem aufrecht stehenden Tropfen, der nach oben in einen rechts oder links geneigten Haken ausläuft. 

Die Herkunft und genaue Bedeutung des Boteh liegt im Dunkeln. Auf Persisch bedeutet das Wort soviel wie Laubbüschel, Strauch, es gibt aber viele weitere Deutungen. Als typisches Rapportmuster lässt es sich als Musterdetail in vielen Teppichen finden, wird aber auch als Primärornament eingesetzt. Bisweilen ist zusätzlich ein kleineres Boteh integriert, das sich zur entgegengesetzten Seite neigt. Diese Zusammenspiel aus Groß- und Kleinboteh bezeichnet man im Persischen auch als »madar va batsche«, zu Deutsch: Mutter und Baby.

Der wohl bekannteste Teppich mit Botehmuster ist der Sarough-Mir. Er ist ein, schlichter, allover gemusterter Teppich. Sehr viel wird der Sarough-Mir in Indien in vielen Farbvariationen und den unterschiedlichsten Formanten nachgeknüpft.

(Abb.: Sarough Mir)

Barbierstangen

europäisierte Bezeichnung für ein bestimmtes Orientmusterdetail 

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Das Barbierstangenmuster ist ein beliebtes Orientteppichmotiv, das überwiegend in kaukasischen Knüpfungen vorkommt, beispielsweise in der Provenienz Gendje, vornehmlich des 19. Jhdt. Es besteht aus parallel verlaufenden, mehrfarbigen Diagonalstreifen, die grundsätzlich von oben rechts nach unten links verlaufen und das gesamte Mittelfeld ausfüllen. Man trifft es aber auch an in heutigen Provenienzen Süd-Aserbeidjans, wie beispielsweise im Meschghin und Ardebil sowie in kurdischen Knüpfungen und in solchen des Farsgebietes, wo es zuweilen die Bordüren ziert.

Wir haben es hier mit einer der Seltsamsten, aber auch am meisten einleuchtenden Muster-Bezeichnungen zu tun. Der Name hat überhaupt nichts mit den ursprünglichen, heute unbekannten Symbolgehalten zu tun. Er geht vielmehr zurück auf die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt einsetzende Handelstätigkeit und den damit einhergehenden sprachlichen Einfluss Westeuropas. Als nämlich englische Einkäufer dieses stilistisch klar und einfach gegliederte Innenfeldmuster zu sehen bekamen, erinnerte sie das Motiv diagonal und parallel nebeneinander gesetzter, schmaler Streifen sofort an das im heimatlichen England übliche Zunftzeichen der dortigen Barbiere. Sie nannten es fortan barberhinge-design, zu Deutsch: Barbierstangenmuster. Dort hängt noch heute vor vielen Frisiersalons ein rechteckiges Schild mit eben solchen Diagonalstreifen. Als die Einkäufer ständig anmerkten, dass in ihrer Heimat ein ähnliches Motiv von den britischen Barbieren geführt wird, übernahmen die Basaris im Orient diese Bezeichnung zur Mustererläuterung, sodass sich dafür schon bald die Bezeichnung barberhinges einbürgerte - und bis heute so blieb.

Die Bedeutung und Herkunft dieses Musters ist bisher nicht bekannt. Verschiedene Deutungsversuche wurden versucht. Sie sind aber teilweise so abenteuerlich, dass sie ihrer Verbreitung im Wege stehen.

(Abb.: Beloutsch)

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