Senneh ca. 120 x 156 cm, Unikat / Einzelstück

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Merkmale
Marke: Kibek-Echt-Orient
Herkunft: Persien (Iran)
Flormaterial: 100 % Schurwolle
Verarbeitung: handgeknüpft
Knoten pro m²: ca. 240.000 Knoten pro m²
Gesamthöhe: ca. 11 mm
Grundgewebe: Baumwolle
Muster: Mahi, Hexagon, Gol-Farangh
Die frühere Stadt Senneh heißt heute Sanandaj. Hier werden vorwiegend traditionelle Muster geknüpft.

Senneh Unikat / Einzelstück
  • 900267653-079 U17


Senneh

Westpersische Teppichprovenienz

Senneh_PersischerSennehKelim

Ein Provenienzname steht nicht unbedingt für einen Herstellungsort: Viele Bezeichnungen dokumentieren den Ort, an dem die Teppiche das erste Mal auf den Markt kommen, also quasi den Teppichsammelplatz. Dies gilt auch für die Provenienz (Ursprung, Herkunft) Senneh.

Die Stadt Senneh heißt heute Sanandadj und ist Mittelpunkt der westpersischen Provinz Kurdistan. Daher findet man neuerdings auch die Bezeichnung Sanandadj für die dortigen Teppiche. Die Senneh-Teppiche sind den kurdischen Knüpfungen zuzuordnen. 

In dieser Provenienz sind zwei grundverschiedene Knüpf- und Gestaltungstypen zu unterscheiden:

1. Die klassischen Senneh-Teppiche haben nur einen Schuss, so dass sie von der Rückseite leicht zu identifizieren sind. Je feiner sie geknüpft sind, desto flacher wird der Flor geschoren. Von jeher waren und sind diese Senneh-Teppiche hoch angesehene Knüpfungen, was auch von den besonders feinfädigen Kelimarbeiten dieser Provenienz zu sagen ist.

2. Von denselben Knüpfstühlen kommen heute allerdings anders geartete Sanandaj-Knüfungen auf den Markt. Sie sind meist geometrisch gemustert und zeigen oftmals das Herati-Muster im Rapport. Bei solider, hervorragender Qualität sind sie viel massiver und im Gegensatz zu der klassischen Knüpfung sehr hochflorig.

(Abb.: Persischer Senneh Kelim)

Herati

Mahi, Mahi-to-Hos, Fischdesign - verbreitetes Musterelement: "Fische im Teich"

herati_bidjar

Das Herati- oder Fisch-Dessin (Musterung, Zeichnung) ist ein typisches Rapportmuster, das sich seit langem und durchgängig großer Beliebtheit erfreut. Das „i“ am Ende ist der Präposition „von“ gleichzusetzen, also „von Herat (stammend)“. 

Die heute in West-Afghanistan liegenden Stadt Herat wurde 328 v. Chr. als Alexandria Areion von Alexander dem Großen gegründet. Unter Shah Rukh (1405-1447), einem Sohn Tamerlans (Timur Leng), war es kurze Zeit Reichshauptstadt der Timuriden-Dynastie. 

Bis in die 1920er Jahre wurden in Herat hochwertige Teppiche in persischen Mustern geknüpft – viele nach wie vor mit dem dort beheimateten Dessin. Heute ist die inzwischen zu Afghanistan gehörenden Stadt Herat Hauptumschlagsplatz für die west-afghanischen Herat-Belutsch.

Der lokale Ursprung dieses Musters ist sehr gut möglich, denn nach der von Nadir-Shah (1688-1747) befohlenen Umsiedlung großer Bevölkerungsteile vom heutigen West-Afghanistan nach West-Persien, taucht es vermehrt dort auf. 

Das wohl schon uralte Musterensemble setzt sich aus mehreren, interpretierbaren Einzelteilen zusammen. 

Dargestellt sind ein auf die Spitze gestellter Rhombus mit einer im Zentrum aufgehängten Blüte - wohl eine Margerite darstellend, möglicherweise aber auch die Erde als Zentrum allen Seins in diesem Quadrat symbolisierend. An den oberen und unteren Spitzen sitzen stilisierte Lotosblüten auf, ein Hinweis auf die Verbindung nach China. Die seitlichen Spitzen laufen aus in Päonien. Diese, auch Bauernrose genannte Blüte, nimmt in China den Platz der Königin der Blumen ein und gelangte über die Seidenstraße nach Westen. 

Alle vier Seiten des Ensembles werden von halbmondförmigen, lanzettartigen Blättern flankiert, die auch als Fische (Pers. Mahi) gedeutet werden, daher die persische Bezeichnung Mahi-to-hos, zu Deutsch “Fische im Teich“.

Die sehr bildliche Benennung geht davon aus, dass das Teppichinnenfeld einem Teich gleichzusetzen ist. Als Begriffsbestimmung klingt diese Auffassung auch in Europa an, wo man die Teppichumrandung als Bordüre bezeichnet, ein Wort aus dem Französischen, das Uferrand bedeuten kann.

Der immense Mengen Eier produzierende Fisch war in vielen altorientalischen Naturreligionen ein Symbol für Fruchtbarkeit und fand auf diese Weise Eingang in die von je her religiös geprägte Kunst. Es könnte aber auch ein altiranischer Mythos zu Grunde liegen, nach dem zwei gigantische Wale die Erdscheibe in Rotation halten.

Das Herati-/Fisch-Muster/Mahi-to-hos sicher das derzeit verbreitetste Dessin in persischen Teppichen. Man findet es Innenflächen deckend - allover mit oder ohne Medaillon - vorwiegend in den Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Ardebil, Bidjar, Birdjend, Ghiassabad, Ferahan, Khoy, Marand, Moud, Sarab-Madjajechi, Sarough, Senneh/Sanandadj und Täbriz. Doch es taucht auch auf in den süd-persischen Teppichen des Fars-Gebietes, im Hamadan-Gebiet, sowie im Kaukasus und ist als Begleitmuster in fast allen Provenienzen iranweit vertreten. Außerdem wird es in Indien und China nachgeknüpft. In türkischen Knüpfungen ist es jedoch kaum vertreten. 

(Abb.: Bidjar)

Hexagon

Musterdetail historischen Ursprungs

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Das Hexagon ist ein Sechseck. Es kommt als Hauptmotiv in vielen verschiedenen Teppich-Provenienzen vor, zum Beispiel im Bidjar, Senneh, Kazak oder Goltogh.

Das Hexagon zählt mit zu den ältesten Teppichmotiven.

(Abb.: Kazak Ghazni)

Gol-Farangh

Orientalisches Blütenmuster

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Das Gol-Farangh-Muster zeigt sehr gegenständlich dargestellte Blüten oder auch Blütenbouquets, die wahrscheinlich Rosen wiedergeben sollen. Dem Dessin ist sein europäischer Ursprung anzusehen; das Muster taucht noch heute in den Gobelin- und Tapisseriearbeiten Aubussons und Flanderns auf. Seine orientalischen Blütenverwandten hingegen erscheinen sehr viel abstrahierter

Faranghi ist die altorientalische Bezeichnung für Europäer. Mit Farangh verbindet sich in Persien vieles aus dem Abendland, nicht nur das Blütenmuster Gol Farangh. Beispielsweise heißen Erdbeeren auf Persisch tut-faranghi.

Das Gol-Farangh-Dessin geht wahrscheinlich auf die Ära des Rokoko zurück. In jener Zeit fand ein reger Kulturaustausch zwischen Orient und Okzident statt. Europäische Dessinelemente fanden Eingang in orientalische Knüpfarbeiten, die wieder ihren Weg ins Abendland fanden. Orientalische Pracht war an europäischen Höfen durchaus beliebt. Andererseits imitierte man auch im Orient verschiedene Strömungen des Abendlandes. 

Das relativ weitverbreitete Gol-Farangh-Muster findet man in kurdischen Knüpfungen wie Bidjar, Senneh, Saudjboulagh, Garrus, Kermanschah und im türkischen Fethiyeh, alten Herekes, Kayserei und Kirschehir , aber auch im Sarough, Ferahan, Mesched und – allerdings relativ selten – im Isfahan, Ghoum und Teheran.

(Abb.: Bidjar)

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