Sirchaki
Auch Ausgrabungsmuster genannt
Das provenienztypische Sirchaki-Muster kommt ausschließlich im Kaschmar-Teppich Ost-Persiens vor. Der Kaschmar ist ein massiv geknüpfter, hochfloriger, volumiger Orientteppich mit Knüpfdichten zwischen 180.000 bis 250.000 Knoten/qm. Sehr selten sind Sirchaki-Dessins in anderen Provenienzen und in Nachknüpfungen aus Indien zu finden. In diesem unverwechselbaren Dessin werden antike Vasen, Krüge, Schalen, Schwerter, Streitäxte, sowie andere Waffen und Gegenstände recht naturgetreu abgebildet, wodurch es allgemein als Sirchaki = (sehr frei übersetzt) Ausgrabungsmuster bezeichnet wird. Das Sirchaki erscheint fast immer in vierersymmetrischer Aufteilung. Es ist überaus reich und dicht appliziert zusammen mit Floralornamenten wie Shah Abbas-Blüten, Ranken und Arabesken, stilisierten Blumen, Blättern und Pflanzen und wird häufig zentral von einem Medaillon geschmückt.Um dieses Medaillon reihen sich gelegentlich die zwölf Tierkreiszeichen. In einigen Teppichen, vorwiegend in den Bordüren, aber auch im Medaillonkranz, sind ab und zu auch Schriftkartuschen und Porträts klassischer, persischer Dichter und Herrscher abgebildet. (Abb.: Vasen-Kaschmar)