Azilal
Marokkanische Teppichprovenienz
Azilal liegt an der Nordseite des Hohen Atlas in Marokko auf einer Höhe von 1350 m. Im Teppichhandel sind unter den marokkanischen Teppichen besonders die unifarbenen – meist wollweißen – „Berberteppiche“ bekannt. Diese werden vor allem in den Manufakturen von Rabat, Sale oder Kenitra und nach den Vorgaben westlicher Importeure gefertigt. In Marokko gibt es aber auch Teppiche, die noch heute in althergebrachter Stammestradition geknüpft werden. Diese „echten“ Berberteppiche sind meist farbenfroh, oft mit einem Hang zu Orange.Am bekanntesten ist der Beni Ourain aus dem mittleren Atlas-Gebirge. Er ist fast immer weißgrundig und zeichnen sich durch schwarze Zickzack-, Gitter- und Rauten-Muster aus.Im Hohen Atlas wurden lange Zeit sehr wenige Teppiche geknüpft. Die einzige Region mit einer älteren Knüpftradition ist die Provinz Azilal. Hier werden seit Mitte des 20. Jhdts niedrigflorige, weißgrundige Teppiche mit Designs aus oft bunter Wolle und klaren geometrischen Motiven von den Berberfrauen handgeknüpft.Wie viele andere Nomadenteppiche wurden die Azilal Knüpfungen nicht als schmückender Bodenbelag hergestellt, sondern als wärmende Unterlage und Decke zum Schlafen. Die Knüpfung ist den klimatischen Bedingungen im Winter des verschneiten Hochlands angepasst: meist hochflorig und eher lose geknüpft, um den entsprechenden Schutz vor Kälte zu bieten und sich perfekt an den Körper anzuschmiegen. Die schweren, großformatigen Schlafteppiche konnten der ganzen Familie als Bett dienen.Ein kleiner Tip: durch den typischen weichen, deckenartigen Charakter der Azilal empfehlen wir eine trittfedernde und rutschhemmende Teppichunterlage zwischen Fußboden und Teppich zu legen.(Abb.: Azilal)