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Loribaff

neuere Orientteppichprovenienz aus Persien 

Der Loribaff ist eine feinere, von den Luren Südwest-Persiens geknüpfte Variante des Gabbeh. Teppiche gleichen Designs, Knüpfung, Farben und Materials kommen auch als Kaschghulibaff oder Risbaff in den Handel. Letzteres bedeutet “Feinknüpfung“ und ist damit ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf den zuvor geknüpften, erheblich gröberen Gabbeh. Die Zusatzsilbe “baff“ bedeutet soviel wie „........geknüpft“, frei übersetzt also Luren-Knüpfung.

Der Provenienzname Luri- oder Loribaff ist neueren Datums und bezeichnet Orientteppiche, die weitgehend der Tradition der Gashgai-Gabbeh-Knüpfungen folgen, jedoch im Gesamtbild und in der Machart viele Neuerungen und Weiterentwicklungen zeigen. Der Name geht zurück auf das in Süd-Persien lebende Volk der Luren, die sich übrigens als direkte Nachfahren der antiken Meder sehen.

Beide Knüpfteppichtypen werden zur Hauptsache von den Stämmen der Luren, aber auch von Kurden und Gashgai dieser Großregion geknüpft. Soweit sie von den Gashgais stammen, werden sie nach dem Gliedstamm der Kaschghuli, Kaschghulibaff genannt. Diese neue Provenienzbezeichnung ist jedoch mehr als Gattungsname zu verstehen, denn dieser Teppichtyp wird mittlerweile auch von anderen, in der Provinz Fars ansässigen Gruppen geknüpft.

Kett- und Schussgarne bestehen traditionell aus Schafwolle. Selten kommen auch Grundgewebe aus Baumwolle vor. Geknüpft wird mit dem Symmetrischer Knoten.

In diesem Landstrich ist der horizontale Knüpfstuhl weit verbreitet. Der horizontale Knüpfstuhl lässt sich schneller auf- und abbauen. Das ist für die ziehenden Nomaden ein großer Vorteil gegenüber dem vertikalen Knüpfstuhl. Die Knüpfdichten liegen zwischen 120.000 und 160.000 Knoten/qm. Neuerdings kommen auch Feinere bis gut 200.000 Knoten/qm in den Handel. Farben und Muster verweisen eindeutig auf die Vorläufer, die Knüpfungen der Gashgai und Luren. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Gashgai-Teppichen, die zum Teil auch floral gemustert sind, zeigen die Loribaffs jedoch grundsätzlich einen geometrischen Duktus (Stil, Stilrichtung). Dessins (Musterung, Zeichnung) und Farben passen sich dem aktuellen Trend an.

Verbreitet sind auch Knüpfungen aus Indien, die die klassischen Loribaff-Motive gekonnt wiedergeben und oft nicht handgeknüpft, sondern getuftet sind.

(Abb.: Loribaff)