Bidjar
Nordwest persische Teppichprovenienz
Die Stadt Bidjar liegt auf einer alten Handelsroute zwischen Hamadan und Täbriz in 1920 m Höhe. Der Bidjar-Teppich zählt zu den solidesten und hochwertigsten Orientteppichen. Traditionell werden Bidjar-Teppiche nach ihrer Herkunft aus der Stadt Bidjar und der 50 km entfernten Stadt Tekab unterschieden. Bidjar-Teppiche aus Bidjar werden von den Kurden geknüpft, aus Tekab von den Afsharen. Beide Produktionsgebiete befinden sich in der Provinz Kermanshah.Die beiden Bidjar Gruppen unterscheiden sich in erster Linie durch die Stärke des verwendeten Schussfadens. Beim kurdischen Bidjar wird ein besonders dickes Schussgarn, extrem hart angeschlagen. Der Afshar-Bidjar hat den dünneren Schuss und ist damit etwas geschmeidiger feiner und wertvoller. Damit sich die Längskanten nicht nach unten einrollen, werden stabile Ausgleichsstreifen an den Kanten der Teppich-Unterseite aufgenäht.Bidjars werden, aufgrund ihrer Festigkeit, fast nur von Männern geknüpft.Vom Muster unterscheiden sich die beiden Bidjar-Gattungen kaum. Sehr beliebt ist das Herati-Muster (Fischdessin), mit und ohne Medaillon. Das Medaillon kann relativ klein sein oder dann oft auch aus einem mächtig ausladenden Hexagon bestehen. Die Grundfarbe ist dabei meist ein warmes rostrot.Typisch für den Bidjar ist die Gestaltung der Ecke in den Bordüren. Anders als in den meisten anderen Provenienzen gibt es keine spezielle Ecklösung. Die Muster der Bordüren werden einfach abgeschnitten und wirken dadurch häufig gestückelt. Das ist kein Knüpffehler und kommt auch bei hochwertigen Bidjar vor. Heute werden die Bidjar-Teppiche meist nach ihren Haupthandelsplätzen Bukan, Tekab, Shahindaj und Zandjan eingeteilt.In Indien werden schon seit vielen Jahren gute Nachknüpfungen gefertigt. Die Farben sind meist zurückhaltender und die handwerklich-technische Ausführung entspricht nicht genau dem persischen Original.(Abb.: Bidjar Tekab)