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Kibek Teppich-Lexikon

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Provenienz

Fremdwort für Herkunft, Ursprung 

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Das Wort Provenienz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Herkunft, Abkunft. Im deutschen Sprachgebrauch dient es dazu, die Herkunft von Waren zu lokalisieren. Im Orientteppichbereich zeigt die Provenienzbezeichnung die Herkunft eines Web- oder Knüpfteppichs an. 

Diese Bezeichnungen richten sich nach verschiedenen Kriterien wie (jeweils drei Beispiele in Klammern):
Knüpfort (Täbris, Sarough, Kerman, etc.), Haupthandelsplatz (Shiras, Nain, Hamadan, etc.), Landstrich/Provinz (Halvai, Kelardasht, Kaschmir, etc.), Staat und Einwohner als Synonym für die Hersteller (Perser, Kaukase, Afghan, etc.), sowie nach Völkern und Stämmen (Bachtiar, Kordi, Belutsch, etc.) oder Qualitäten (Risbaff, Mussel, Kerman-Raver, etc.), Knüpfmanufakturen (Mohtascham-Keschan, Djamschidi-Ghoum, Amogli-Mesched, etc.), Fundorte (Chelsea, Pazyryk, Fostat, etc.), und Neuentwicklungen (Azerie, Yaila, Kaschghulibaff, etc.). 

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Ebenfalls gebräuchlich, aber nicht Provenienz-, also herkunftsgebunden ist das Hinzuzufügen von Größenangaben (Dosar, Saronim, Poschti, etc.) oder Musteraussagen (Vogel-Uschak, Adler-Kasak, Bachtiar-Gartenteppich), Traditionsnamen (Wiener Jagdteppich, Polenteppich, Portugieserteppich), Verwendungszweck (Gebetsteppich, Chordjin/Packtasche, Soffreh, etc.) oder Machart (Kelim, Soumach, Susani, etc.). 

Provenienzbezeichnungen können zudem auch Kombinationen aus mehreren der vorgenannten Zuordnungsmöglichkeiten sein. Allgemein werden traditionelle Bezeichnungen bevorzugt, besonders dann, wenn Ortsnamen gewechselt haben (Senneh/Sanandadj, Sultanabad/Arak , Turschis/Kaschmar, etc.).

(Abb.: Nain)